Telekommunikationsprovider sind potentielle Wettbewerber im E-Banking-Geschäft
Neue Aufgaben für Banken beim E-Commerce

vwd ALPBACH. Banken werden im E-Commerce ihre Rolle als Intermediär leben und entsprechende Positionen besetzen müssen, anderenfalls geben sie Geschäftschancen an die branchenfremde Konkurrenz ab. Diesen Schluss zieht das im Direktorium der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) u.a. für Zahlungsverkehrsysteme zuständige Mitglied Wolfgang Duchatczek aus der Entwicklung des elektronischen Handels. Im Gegensatz zum E-Commerce mit physischen Gütern, bei dem Lieferant und Kunde durch die Lieferung automatisch identifiziert seien, bestehe beim elektronischen Handels mit nichtphysischen Gütern, beispielsweise Software und Medien, ein Bedarf nach neuen Zahlungssystemen.

Dieser Bedarf eröffne Wettbewerbern den Einstieg bei ansonsten von Banken abgewickelten Finanzdienstleistungen, so Duchatczek am Mittwoch beim Bankenseminar des Europäischen Forums in Alpbach. Die Ergebnisse der UMTS-Auktionen in Deutschland belegten, dass der Bankbranche fremde Unternehmen bereit seien, angesichts der sich mit den künftigen Mobilfunk eröffnenden Möglichkeiten des M-Commerce enorme Summen aufzubringen. Die Banken, so schilderte der Zentralbanker seinen Eindruck, hätten sehr lange oder auch zulange die Telekommunikationsprovider nicht als potenzielle Wettbewerber erkennen wollen. Inzwischen seien die Telekom-Unternehmen "auf dem Sprung" auch in das E-Banking-Geschäft.

Sicherheit im Netz entscheidet über den Erfolg von E-Commerce

Duchatczek führte als Beispiel die elektronische Rechnungsstellung (electronic billing) an: Wenn dies von den Banken nicht angeboten werde, dürften dies andere Anbieter tun, zeigte er sich überzeugt. Generell habe er den Eindruck, dass derzeit Banken und auch Unternehmen ihr bestehendes Geschäft einfach ins Netz übertragen wollten, "aber das ist zu kurz gedacht"; wer neue Geschäftsfelder nicht besetze, werde sie an die Konkurrenz abgeben müssen. Für die weitere Entwicklung sieht Duchatczek die Verbesserung der Sicherheit im Netz als entscheidenden Faktor für den Erfolg des E-Commerce. Dies belegten verschiedene Studien.

Die derzeit drei unterschiedlichen Zahlungskarten, die für den elektronischen Handel verwendet würden, dürften seiner Einschätzung nach auch in Zukunft ihre Verwendung finden. Kreditkarten böten den Vorteil einer breiten Akzeptanz im Netz und einer subjektiven Sicherheit des Nutzers dank Einspruchsmöglichkeit bei der Abrechnung. Kreditkartenumsätze seien allerdings nicht anonym, auch hätten sich dafür noch keine Sicherheitsstandards etabliert.

Debitkarten böten zwar den Vorteil geringer Transaktionsgebühren und hoher Marktdurchdringung, seien aber ebenfalls nicht anonym und böten nur eingeschränkte Einspruchsmöglichkeiten. E-Money sei für Kleinbetragszahlungen günstig und erlaube anonyme Transaktionen, sei aber beispielsweise für sich wiederholende Aufträge ungeeignet. Eine wesentliche Rolle werde bei den Kartentypen auf weitere Sicht die Frage der jeweiligen Transaktionskosten spielen.

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