Telekomtitel im Minus
US-Daten belasten auch die europäischen Börsen

Ausnahmslos verbuchten Europas Börsen Verluste, einige Indizes erreichten sogar Tiefstände.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag ausnahmslos Kursverluste verbucht, wobei einige Indizes Tiefstände markierten. Händeler sagten, die am Nachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten hätten die Märkte stark belastet. Der unerwartet starke Anstieg der Arbeitslosenquote deute darauf hin, dass es in absehbarer Zeit nicht zu einer Erholung der US-Wirtschaft kommen werde. Das Arbeitsministerium in Washington hatte am Nachmittag (MESZ) mitgeteilt, die Arbeitslosenquote sei im August in den USA auf 4,9 von 4,5 % im Vormonat gestiegen und habe damit den höchsten Stand seit September 1997 erreicht.

Zudem rutschten an Europas Märkten vor allem Telekomtitel kräftig ins Minus und markierten teilweise neue Allzeittiefs. Im Sog der gesenkten Umsatzerwartung des US-Telekomausrüsters Motorola für das dritte Quartal gaben auch einige europäische Telekomausrüster-Werte deutlich nach. Von einigen Händlern wurde die Stimmung an den Börsen als "panisch" bezeichnet.

An den US-Börsen lag der technologielastige Nasdaq kurz vor Börsenschluss in Frankfurt mit rund 1,7 % im Minus bei 1677 Zählern. Der Dow-Jones-Index verlor 2,7 % auf 9567 Punkte.

er Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte rund drei Prozent tiefer auf 3393 Punkten. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) lag mit 3455 Punkten 2,6 % im Minus.



LONDON - Vodafone im Minus

An der Londoner Börse schloss der FTSE-Index mit 2,57 % im Minus bei 5070,3 Zählern. "Manche Aktien werden einfach verkauft, obwohl es keine wirklich neuen Nachrichten gibt", sagte ein Händler. Nach den kräftigen Kursverlusten der Vortage hatten die Aktien des Telekomausrüsters Marconi gegen den Tend zugelegt. Sie gingen mit einem Plus von 1,72 % bei 33,5 Pence aus dem Handel. Vodafone-Aktien gaben dagegen wie andere europäische Sektorwerte ab, und schlossen um 2,55 % tiefer bei 138,25 Pence ab. Am Vortag hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass seine UMTS-Mobilfunknetze möglicherweise nur ein Sechstel der ursprünglich angestrebten Geschwindigkeit erreichen könnten.



ZÜRICH - Swiss Re im Minus

Die Schweizer Aktien haben am Freitag den Handel im Minus beendet. Der SMI sank 2,19 % auf 6255,5 Punkte. Mit 6250,2 Zählern wurde erneut ein Dreijahrestief erreicht. Im Mittelpunkt standen Kursverluste beim Versicherer Swiss Re , der ein Halbjahresergebnis am unteren Ende der Analystenerwartungen vorgelegt hatte.



PARIS - France Telecom im Fokus

An der Pariser Börse hat sich der CAC-40-Index über die psychologisch wichtige Marke von 4400 Punkten halten können. Der Index schloss 1,5 % tiefer auf 4413 Zählern. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Aktien von France Telecom, die zwischenzeitlich unter ihren Ausgabekurs von 27,70 Euro auf einem neuen Allzeittief bei 27,27 Euro lagen. Der Wert beedete den Handel allerdings bei 28,80 Euro und damit unverändert zum Vortagesschlusskurs. Im Abwind lagen die Titel des Fernsehsenders TF1 mit einem Minus von mehr als sechs Prozent. In der kommenden Woche legt der Sender Halbjahreszahlen vor. Gegen den Trend stemmten sich die Aktien des Halbleiterherstellers STMicroelectronics.



MAILAND - Mediolanum tiefer

Der Mib30-Index der Mailänder Börse fiel um 0,88 % auf 31 903 Punkte, nachdem er im Verlauf bei 31 512 Zählern den tiefsten Stand seit Dezember 1998 markiert hatte. Auch in Mailand verzeichneten vor allem Telekomwerte Kursverluste. Daneben gaben auch die Finanztitel ab. Größter Verlierer waren die Papiere des Finanzunternehmens Mediolanum, die um um mehr als fünf Prozent auf 9,83 Euro nachgaben.



MADRID - Auf Drei-Jahres-Tief

Der Ibex-Index der Madrider Börse ist zwischenzeitlich mit 7705 Punkten auf ein neues Drei-Jahres-Tief gefallen und beendete den Handel 2,3 % tiefer auf 7727 Zählern. "Wir haben ein Level nach dem anderen unterschritten. Der Markt ist so verunsichert über die Wirtschaft. Es ist schwierig auf eine anhaltende Unterstützung zu vertrauen", sagte ein Händler. Belastet wurde der Aktienmarkt von den Kursabgaben der Telefonica-Aktien. Die Papiere weiteten ihre Vortagesverluste aus und beendeten den Handel 5,6 % tiefer auf 10,86 Euro.



AMSTERDAM - Im Trend schwächer

Die Amsterdamer Börse hat ebenfalls im Minus geschlossen. Der AEX-Index fiel um 2,86 % auf 486,04 Punkte. Zu den größten Kursverlierern zählten die Aktien des Einzelhändlers Unilever. Sie gaben 3,18 % auf 65,55 Euro ab. Gegen den Trend konnten sich die Papiere von Wolters Kluwer stemmen. Sie beendeten den Handel um 0,65 % höher bei 23,07 Euro.



WIEN - Wienerberger weiter im Fokus

Der ATX-Index der Wiener Börse beendete den Handel um 0,7 % leichter bei 1186,32 Punkten. Im Fokus standen Händlern zufolge die Aktien des weltgrößten Ziegelherstellers Wienerberger. Die Titel schlossen um 1,19 % tiefer mit 15,81 Euro knapp über dem Allzeittief von September 1992. Am Vortag hatten Wienerberger-Aktien kräftige Kursabgaben nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen verbucht. Zugleich hatten Händler das Unternehmen als "grundsolide" bezeichnet.



BRÜSSEL - Von Fortis und Electrabel belastet

Der Aktienmarkt in Brüssel hat schwächer geschlossen. Der Bel20-Index sank um 2,66 % auf 2777,55 Punkte. Die Aktien des Indexschwergewichtes Fortis gaben 4,22 % ab auf 27,90 Euro. Ein Händler begründete den Kursverfall mit den schlechten Halbjahresergebnis des Schweizer Konkurrenzunternehmens Swiss Re. Die Papiere des Versorgers Electrabel fielen um 3,98 % auf 236,50 Euro, nachdem das Unternehmen am Vortag einen Gewinnrückgang trotz eines Umsatzzuwachses im Halbjahr bekannt gegeben hatte.



STOCKHOLM - Nokia und Ericsson im Minus

Der OMX-Index an der Stockholmer Börse lag am Abend um 2,12 % schwächer bei 734 Punkten. Nokia-Aktien verbilligten sich um eine Schwedische Krone (skr) auf 137 skr. Die Aktien des Indexschwergewichts Ericsson verloren 1,1 Kronen auf 40,20 skr.

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