Telekomwerte geraten europaweit unter Druck
France Telecom senkt Preisspanne für Orange-Börsengang

Die France Telecom hat die Preisspanne für den Börsengang ihrer Mobilfunktochter Orange deutlich gesenkt, wodurch Telekomwerte europaweit unter Druck gerieten. Der Konzern reduzierte am Mittwoch die Spanne für die Ausgabe der Aktien auf 9,50 bis elf Euro von zuvor 11,50 bis 13,50 Euro. Dadurch wird Orange mit maximal 52,8 Mrd. Euro bewertet, etwa zehn Mrd. Euro weniger als zuletzt.

Reuters PARIS. Begründet wurde der Schritt mit zurückhaltendem Engagement von Investoren. Der Kurs der France-Telecom-Aktie gab im Verlauf um 5,90 % auf 83,75 Euro nach. Auch die Titel europäischer Konkurrenten, die einen Börsengang von Mobilfunktöchtern erwägen, wie der Deutschen Telekom, der British Telecommunications und der KPN, verbuchten Kursabschläge.

France Telecom bewertete Orange nach der neuen Spanne mit 45,6 bis 52,8 Mrd. Euro, von zuletzt 55,2 bis 64,8 Mrd. Euro. Der französische Konzern teilte in Paris weiter mit, die Zeichnungsfrist für die Kleinanleger sei um einen Tag bis Freitag verlängert worden. Die Zeichnungsfrist für die institutionellen Anleger ende unverändert am Freitag.

Der Emissionspreis wird nach Unternehmensangaben am 13. Februar und nicht wie ursprünglich geplant am 12. Februar bekannt gegeben. Am so genannten grauen Markt (Handel per Erscheinen) hatte es bereits am Dienstag Spekulationen über eine Senkung der Preisspanne gegeben, nachdem die Papiere unterhalb der ursprünglichen Preisspanne gehandelt worden waren.

Telekom-Aktien sinken

Die Aktien der Deutsche Telekom verloren bis zum Nachmittag in einem schwachen Marktumfeld um rund drei Prozent auf 33,34 Euro. British Telecommunications büßten an der Londoner Börse 5,61 % auf 681-1/2 Pence ein. Die Titel der niederländischen KPN gaben im Verlauf 6,62 % auf 14,80 Euro nach. "Es gibt Probleme im gesamten Sektor und dies (die Preisspannen-Senkung der France-Telecom) ist keine gute Nachricht für andere Firmen", sagte Christian Chardin vom Deutschen Asset Management.

"Ich würde niemandem raten, in den nächsten Wochen an den Markt zu gehen", fügte der Analyst hinzu. KPN teilte mit, sie halte an ihren Plänen fest, einzelne Geschäftsbereiche an die Börse bringen zu wollen. Die Deutsche Telekom hatte den für vergangenen Herbst geplanten Börsengang ihrer Mobilfunkholding T-Mobile verschoben.

France-Telecom-Finanzchef Jean Louis Vinciguerra sagte, das Marktklima habe sich in den vergangenen Tagen verschlechtert und die Anleger schienen wegen des Preises zunehmend zurückhaltender zu sein. Vinciguerra kündigte an, France Telecom werde auf Grund der gesenkten Orange-Preisspanne etwa 1,4 Mrd. Euro weniger einnehmen als zunächst geplant. Dies werde jedoch nichts an dem Vorhaben ändern, die Schulden von 60 Mrd. Euro bis zum Jahr 2003 zu halbieren.

Das französische Telekomunternehmen hatte in der vergangenen Woche seine offizielle Bewerbung für eine der vier ausgeschriebenen UMTS-Mobilfunklizenzen in Frankreich für 4,95 Mrd. Euro eingereicht. Die Senkung der Preis-Spanne für Orange dürfte nach Angaben von Analysten dazu führen, dass France-Telecom wegen der Ausgaben für die UMTS-Lizenzen mehr Kredite künftig aufnehmen müsse. Dies bedeute, dass mehr Finanzierungskosten entstünden und weniger Geld an die Aktionäre ausgeschüttet werde, sagte Chardin.

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