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Teles senkt nach schwachem zweiten Quartal seine Prognose für 2004

(dpa-AFX) Berlin - Der Internet-Dienstleister Teles < TLI.ETR > hat im Vorjahresvergleich im zweiten Quartal ein deutlich niedrigeres operatives Ergebnis erzielt und seine Umsatzprognose für 2004 gesenkt. Für das Gesamtjahr erwartet Teles nun ein Umsatzplus im zweistelligen Prozentbereich. Bisher hatte Teles ein um "mindestens 20 Prozent" höheren Umsatz in Aussicht gestellt.

(dpa-AFX) Berlin - Der Internet-Dienstleister Teles < TLI.ETR > hat im Vorjahresvergleich im zweiten Quartal ein deutlich niedrigeres operatives Ergebnis erzielt und seine Umsatzprognose für 2004 gesenkt. Für das Gesamtjahr erwartet Teles nun ein Umsatzplus im zweistelligen Prozentbereich. Bisher hatte Teles ein um "mindestens 20 Prozent" höheren Umsatz in Aussicht gestellt.

Für die Erfüllung der bisherigen Ertragsprognose, die eine Steigerung des Gewinns je Aktie um 30 Prozent auf 0,65 Euro vorsah, sollten gegebenenfalls stille Reserven hinzugezogen werden, teilte Teles am Freitag weiter mit. Die Aktie stürzte zeitweise an das Tecdax-Ende < Tdxp.ETR > und verlor gegen 17.20 Uhr 6,25 Prozent auf 7,50 Euro. Analysten reagierten überrascht auf die ihrer Meinung nach ungewöhnliche Ankündigung, stille Reserven auf dem Weg zum Gewinnziel einsetzen zu wollen.

Vorsteuergewinn Fällt UM 39 Prozent UND Ebit UM 43 Prozent

Der Umsatz von Teles stieg im abgelaufenen Quartal um 14 Prozent auf 21,1 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern (EBT) fiel dagegen um 39 Prozent auf 2,6 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) rutschte um 43 Prozent auf 2,3 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank um 28 Prozent auf 4 Millionen Euro. Bereits im ersten Quartal 2004 hatte das Unternehmen einen starken Gewinnrückgang verbucht.

Der Internet-Dienstleister begründete die Revision der eigenen Prognosen vor allem mit Verzögerungen beim Vertragsabschluss mit Kabel- und Satellitenbetreibern für seine Internet-Breitbandsparte. Das Unternehmen rechne nun im zweiten Halbjahr mit zwei bis drei Vertragsabschlüssen mit Kabel- und Satellitenbetreibern, sagte Teles-Vorstandschef Sigram Schindler im Gespräch mit dpa-AFX. Mit Eutelsat sei bereits im zweiten Quartal ein Vertrag geschlossen worden.

Bisher habe das Unternehmen im ersten Halbjahr mit mehreren Abschlüssen gerechnet. Darauf habe sich auch die Ertragsprognose von einer Jahres-Steigerung des EPS um 30 Prozent auf 0,65 Euro und die ursprüngliche Umsatzprognose für das Gesamtjahr mit einem Plus von "mindestens 20 Prozent" gestützt.

Analysten: Einsatz DER Stillen Reserven Ungewöhnlich

"Die Zahlen waren nicht schlecht und durchaus im Rahmen der Erwartungen", sagte Peter-Thilo Hasler von der Hypovereinsbank. Die Zahlen allein seien wohl nicht ursächlich für den Kurseinbruch. Erklärungsbedürftig und sehr ungewöhnlich sei allerdings die Ankündigung, stille Reserven auf dem Weg zum Gewinnziel einsetzen zu wollen. Dies habe er in dieser Form noch nicht in einer Ad-hoc-Mitteilung gelesen. Hasler zeigte sich daher nicht verwundert über die Reaktion am Markt. "Die Börse will operative Ergebnisse und keine stillen Reserven."

Zu den stillen Reserven gehören laut Teles beispielsweise die für 20 Millionen Euro gekauften eigenen Aktien sowie die Tochter Strato (Verwaltung von Internet-Adressen) mit einem Buchwert von 256.000 Euro. Teles beziffert den "erzielbaren ertragswirksamen Platzierungspreis" von Strato "im dreistelligen Millionenbereich".

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