TelesensKSCL und H5B5 stellen Insolvenzanträge
Nemax beendet Ausflug in die Gewinnzone

Trotz der hochsommerlichen Temperaturen ist die Stimmung am Neuen Markt wieder abgekühlt. Die deutlichen Zuwächse vom Montag wurden gestern zum Teil aufgebraucht. Der Nemax notierte am Abend bei 722 Punkten 0,7 Prozent im Minus, der Nemax 50 gab 1,2 Prozent auf 680 Zähler nach.

FRANKFURT/M. Die Kurserholung währte nur einen Tag. Nach den kräftigen Zugewinnen zum Wochenauftakt ging dem Neuen Markt gestern bereits wieder die Luft aus. Eine in den Anfangsstunden ins Plus drehende US-Technologiebörse Nasdaq konnte die Verluste schmälern, aber nicht verhindern.

Noch schlimmer als die Aktionäre der meisten Unternehmen, deren Aktien sich wieder einmal mit neuen historischen Tiefstständen anfreunden, traf es die Anteilseigner von TelesensKSCL und H5B5. Bei beiden Firmen drohen die Lichter ganz auszugehen: Sie stellten Insolvenzantrag. Ähnliches droht der Ravensburger-Tochter RTV Family, die schon am Montag Zahlungsunfähigkeit meldete.

Die harte Linie der Banken gegenüber klammen Firmen scheint sich fortzusetzen, weitere Insolvenzfälle werden folgen. So lässt die Meldung, dass der Vorstand von ADS die Zahlungsfähigkeit überprüft, wenig Gutes erwarten. Dabei kommen die Pleiten wenig überraschend - die Kurse sind längst unter die Schwelle von 1 Euro gesackt.

Vor eineinhalb Wochen hatte der TelesensKSCL-Vorstandsvorsitzende Moritz Gehrke seinen Sessel geräumt, kurz darauf hatte das Unternehmen, an dem die Deutsche Telekom indirekt mit 26 % beteiligt ist, für 2001 nach internationalen Bilanzstandards einen Jahresfehlbetrag von 245 Mill. Euro eingeräumt. Zuvor war bereits der Versuch gescheitert, von der schottischen Tochter Liquidität zu erhalten. Bei H5B5 war die Brisanz der Lage bereits seit Mitte April klar, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt ist. Die Zahl der am Neuen Markt notierten Firmen wird mit diesen Abgängen unter 290 fallen.

Nicht mitgerechnet ist dabei ein eventueller Ausstieg der DAB. Deren Vorstand hatte Ende Mai laut über einen Rückzug vom Frankfurter Wachstumssegment nachgedacht. Damals stand die Aktie bei mehr als 8 Euro. Gestern war sie nach einem erneuten Verlust von 6 % noch 4,87 Euro wert. Auch für die Aktionäre von SAP SI haben sich öffentliche Zweifel des Managements an der Notierung am Neuen Markt alles andere als ausgezahlt. Sie sind seither von 14 Euro auf gestern 9,50 Euro gefallen. Die beiden Unternehmen haben mit der HypoVereinsbank und SAP zwei starke Mütter im Rücken. Überlegungen, die am Neuen Markt notierten Töchter an den ruhigen Geregelten Markt zurückzuziehen und organisatorisch wieder stärker an die Mütter anzubinden, werden zwar stets zurückgewiesen, doch den Anlegern scheinen solche Gedankenspiele überhaupt nicht zu schmecken.

Neben der DAB beendeten auch Dialog Semiconductor und Suess Microtec gestern ihre kurzen Ausflüge in die Zone der Kurssteigerungen. Die Aktie von Dialog gab 7 % nach, die Suess-Papiere verloren mehr als 16 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%