Tellabs-Chef wird Nachfolger
Qwest-Chef Nacchio tritt zurück

Der Chef des US-Telekomkonzerns Qwest Communications International, Joseph Nacchio, ist am Montag zurückgetreten. Nacchio gab persönliche Gründe an, das "Wall Street Journal" berichtete hingegen, er sei vom Unternehmens-Board aus dem Amt gedrängt worden.

Reuters DENVER. Nachfolger Nacchios werde der bisherige Chef des US-Telekomausrüsters Tellabs, Richard Notebaert, teilte Qwest mit. Notebaert sollte sein Amt noch am Montag antreten. Den Chefposten bei Tellabs übernimmt Chairman Michael J. Birck, wie Tellabs bekannt gab.

In einer Erklärung Nacchios hieß es, nach fünfeinhalb Jahren an der Spitze von Qwest wolle er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Der 52-Jährige will dem Unternehmen noch bis zu zwei Jahre lang als Berater für Strategie und Planung zur Verfügung stehen.

Das "Wall Street Journal" berichtete, das Board von Qwest sei angesichts finanzieller Probleme und Schwierigkeiten mit den Aufsichtsbehörden "zunehmend frustriert" gewesen und habe Nacchio aus dem Amt gedrängt. Qwest selbst lehnte einen Kommentar dazu ab.

In einer Analysten-Konferenz am Freitag hatte Nacchio versucht, Bedenken hinsichtlich der Finanzsituation des Unternehmens zu zerstreuen, und versichert, Qwest plane keinen sofortigen Verkauf von Wertpapieren. Andeutungen über einen möglichen Rücktritt hatte er nicht gemacht.

Seit Monaten steht der viertgrößte lokale Festnetzbetreiber in den USA wegen einer Liquiditätskrise unter Beschuss. Die Bonität der Unternehmensanleihen wurde auf "Junk"-Status (Risikoanleihen) herabgestuft. Die US-Börsenaufsicht SEC überprüft die Bilanzpraktiken des Unternehmens.

Nacchios Rücktritt ist der zweite Führungswechsel in einem großen US-Telekomkonzern innerhalb weniger Monate. Ende April war WorldCom-Chef Bernard Ebbers zurückgetreten, nachdem die US-Börsenaufsicht Kredite des Unternehmens an Ebbers unter die Lupe genommen hatte.

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