Tempo langsamer
IWH: Deutsche Konjunktur bleibt in Schwung

Die Wirtschaftskonjunktur in der Bundesrepublik bleibt auch im Jahr 2001 nach einer Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in Schwung. Allerdings werde die Konjunktur in der Grundtendenz eine langsamere Gangart anschlagen.

dpa-afx HALLE. Das Institut erwartet für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,7 % nach drei Prozent in diesem Jahr. Damit teile das IWH pessimistische Auffassungen zur Konjunkturentwicklung nicht. Gründe für das voraussichtlich verlangsamte Konjunkturtempo sehen die halleschen Wirtschaftsforscher im weltwirtschaftlichen Umfeld, das mit der Abschwächung des Wirtschafswachstums in den USA als Impulsgeber an Kraft verliert.

Hinzu kommen nachlassende Impulse aus der Euro-Abwertung sowie die Folgen der straffen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Damit büße die Nachfrage des Auslands nach Gütern aus der Bundesrepublik an Schwung ein. Insgesamt rechnet das Institut dennoch mit einem kräftigen Exportanstieg. Die Steuerreform werde zudem den privaten Konsum ankurbeln und die Binnennachfrage anregen. Die nachlassende Exportdynamik werde auch bei den Investitionen zu Tempoverlust führen.

Der Nachfrageimpuls durch die steuerlichen Entlastungen der privaten Haushalte werde der gesamtwirtschaftlichen Produktion zunächst neuen Auftrieb geben. Im späteren Verlauf des Jahres werde sich allerdings der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes verlangsamen. Insgesamt erhöhe sich der Anteil der binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte am Konjunkturaufschwung.

Zwar werde die Abschwächung des Produktionsanstieges den Arbeitsmarkt erreichen. Die Beschäftigungszunahme halte aber mit 375.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen spürbar an. Mit 3,6 Mill. Personen bleibe die Arbeitslosigkeit in Deutschland weiterhin hoch.

Starke Binnenorientierung

Wegen der starken Binnenorientierung findet die ostdeutsche Wirtschaft laut IWH wieder Anschluss an das Tempo in den alten Ländern. Die industrielle Wertschöpfung vollziehe sich erneut schneller als in Westdeutschland, während die Schrumpfung in der Bauindustrie weiter anhalte. Der Beschäftigungsabbau im Osten komme zum Stillstand. Bei der hohen Arbeitslosigkeit erwartet das IWH kaum Veränderungen.

Die Preissteigerungsrate wird sich wiederum unter der Zwei-Prozent-Marke bewegen. Eine Inflationsspirale sei auch deshalb nicht in Sicht, weil die bisherigen Lohnabschlüsse für 2001 keine Kompensation für den Realeinkommensverlust aus dem Ölpreisanstieg vorsehen. Die Realeinkommensverluste sollten weder zum Anlass für Nachbesserungen noch zu erhöhten Abschlüssen bei ausstehenden Lohnverhandlungen genommen werden. Ansonsten gerieten die Stabilität der Wirtschaft und der Beschäftigungsanstieg in Gefahr.

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