Tengelmann-Märkte für die selbstständigen Einzelhändler reserviert
Edeka wächst über neue Flächen

Die Edeka-Gruppe will in diesem Jahr mit 2,5 bis 3 % stärker wachsen als der Lebensmitteleinzelhandel. Erreicht wird dies aber allein durch die Übernahme von 190 Tengelmann-Läden

beu HAMBURG. Aus Sicht von Bartholomäus Werberger, Vorstandssprecher der Edeka Zentrale AG, Hamburg, hat sich die Einzelhandelsgruppe ungeachtet der Konsumflaute gut behauptet. 1999 habe die Edeka-Gruppe "in einem von Verdrängungswettbewerb und Preiskämpfen geprägten Umfeld" ihre Position ausgebaut, unterstrich Werberger in Hamburg.

Dabei verweist er darauf, dass sich die Umsätze im Edeka-Einzelhandel ohne die Umsätze der Beteiligungsgesellschaften und der kooperierenden Partner um 5,1 % auf 37,7 Mrd. DM erhöht haben. Davon verzeichneten die selbständigen Einzelhändler mit 20,2 Mrd. DM einen Zuwachs von 6,6 % und die dem Edeka-Großhandel gehörenden Regiebetriebe mit 17,5 Mrd. DM ein Plus von 3,9 %.

Dieses auf den ersten Blick positive Ergebnis relativiert sich jedoch bei genauerer Betrachtung. Denn auf vergleichbarer Fläche blieb Edeka - genauso wie die Mitbewerber - von Einbußen nicht verschont: Nach Berechnung von Edeka-Finanzchef Gerhard Peter ging der Umsatz um 3 % zurück.

Tatsächlich hat das Unternehmen 1999 seine Verkaufsfläche nach Abzug von Ladenschließungen um 270 000 qm oder 5,2 % auf 5,42 Mill. qm ausgebaut. Im einzelnen wurden die Supermarkt-Ketten von der Bielefelder AVA AG zum 1. Juli 1998 ebenso integriert wie 14 Kriegbaum-, 18 Hensler- und 26 Kaiser?s-Märkte in Mecklenburg-Vorpommern. Per Saldo kamen im Vorjahr 650 Geschäfte mit durchschnittlich 754 qm hinzu, 820 kleine Läden mit durchschnittlich 320 qm wurden geschlosen.

Mit der Übernahme von 190 Supermärkten der Tengelmann-Gruppe im 1. Halbjahr 2000 (Umsatz: gut 1 Mrd. DM) konnte Edeka ihr Netz verdichten. Diese Supermärkte sollen überwiegend an selbständige Edeka-Einzelhändler abgegeben werden. Peter erwartet, dass dieser Prozess bis zum Jahresende zu 75 % vollzogen ist. Gestützt auf diese Integration erwartet Edeka in diesem Jahr ein Plus von 2,5 bis 3 %. Einschließlich der Beteiligungsgesellschaften wie AVA und der über das Kölner Einkaufskontor Gedelfi abgerechneten Umsätze der Kooperationspartner stieg der Edeka-Inlandsumsatz 1999 um 1,9 % auf 57 Mrd. DM. Mit der Fusion innerhalb der regionalen Großhandlungen ist Edeka noch nicht vorangekommen. McKinsey hatte eine Halbierung von 12 auf sechs vorgeschlagen. Bei dieser Anregung ist es bisher geblieben. Werberger: "Wir müssen an diesem Thema weiterarbeiten."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%