Tennis Olympia
Berrer wirft ITF-Präsident "keinerlei Respekt" vor

Tennisprofi Michael Berrer hat scharfe Kritik an ITF-Präsident Francesco Ricci Bitti geübt. Er zeige "keinerlei Respekt vor den Spielern", so Berrer, Mitglied im ATP-Spielerrat.

Der deutsche Tennisprofi Michael Berrer hat ungewöhnlich scharf den Präsidenten des Tennisweltverbandes (ITF) Francesco Ricci Bitti angegriffen. In einem offenen Brief warf der Stuttgarter dem italienischen Spitzenfunktionär wörtlich vor, "keinerlei Respekt vor den Spielern zu zeigen".

Als Mitglied des Spielerrates der Profiorganisation ATP will Berrer sogar dafür eintreten, dass in Zukunft keine Weltranglisten-Punkte mehr bei Olympischen Spielen vergeben werden. Damit würde eine der wesentlichen Vereinbarungen der letzten Jahre zwischen ATP und ITF aufgekündigt. Weltranglisten-Punkte für Olympiaturniere gab es erstmals 2004 in Athen.

ITF-Vorwürfe gegen Schüttler

"Es ist eines der Hauptprinzipien der ATP, sich für die Interessen der Spieler einzusetzen", schreibt Berrer, "ich bin überzeugt davon, dass die ITF die Prinzipien des Fairplay und des Wettbewerbs auf eine unangebrachte Weise verletzt hat."

Der Stuttgarter reagierte mit dem Brief äußerst heftig auf die Stellungnahme der ITF nach der Nominierungsentscheidung zu Gunsten von Rainer Schüttler durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS am vergangenen Montag. Die ITF hatte unter anderem Schüttler Unsportlichkeit vorgeworfen, weil er mit seiner Klage seinen Olympiastart zu Lasten seiner Landsleute Denis Gremelmayr und Michael Berrer durchsetzen wolle.

Außerdem wurden dem Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb), der Schüttler nominiert hatte, in der offiziellen Stellungnahme "Verständnislücken" unterstellt. Der Dosb verstehe nicht, "wie Profitennis funktioniert".

"Ihre Stellungnahme ging viel zu weit", erklärte Berrer, "sie war ärgerlich, unfair und geschmacklos und voller falscher Fakten. Vor Berrer hatte bereits Dosb-Präsident Thomas Bach ungewöhnlich deutlich Kritik an der Stellungnahme der ITF geübt.

Schüttler fordert eine Entschuldigung

Schüttler selber hat derweil den ITF und dessen Präsidenten in einem offenen Brief zu einer Entschuldigung aufgefordert. "Die Haltung der ITF ist falsch und zeugt von mangelndem Respekt gegenüber meiner Person, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem CAS", heißt es in dem Schreiben.

Schüttler weist in dem Schreiben auf drei Werte hin, die der Tennissport vermitteln sollte: Respekt für den Mitbewerber, Fairness in der Niederlage und das Eingestehen eigener Fehler: "Das Statement der ITF wird dem nicht gerecht."

Zudem habe es der Weltverband zum dritten Mal in Folge nach Sydney 2000 und Athen 2004 nicht geschafft, klare Regeln hinsichtlich der Olympia-Qualifikation aufzustellen. "Die ITF war nicht fähig, das Turnier professionell vorzubereiten", schreibt Schüttler. Er habe schon in Athen in seiner damaligen Eigenschaft als Präsident des ATP-Spielerrates auf Unregelmäßigkeiten im Ablauf des olympischen Turniers hingewiesen: "Und was hat das gebracht?"

© SID

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