Tennis Olympia
CAS macht Schüttlers Olympia-Start möglich

Der Korbacher Rainer Schüttler darf zumindest theoretisch bei den Olympischen Spielen auf Medaillenjagd gehen. Die Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshofes CAS wies den Tennis-Weltverband ITF am Montag an, den Wimbledon-Halbfinalist in das Starterfeld für Peking aufzunehmen.

Rainer Schüttlers olympischer Traum ist nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS nun doch in Erfüllung gegangen. Zehn Stunden später sollte der Wimbledon-Halbfinalist auf dem Weg nach Peking sein, doch dann verpasste er den Flug, auf den er sich so sehr gefreut hatte, und musste auf Dienstag umbuchen.

Die Ad-hoc-Kommission des CAS hatte den Tennis-Weltverband ITF angewiesen, Schüttler in das Starterfeld des Olympia-Turniers aufzunehmen. Das dreiköpfige Gremium unter der Leitung des Briten Michael J. Beloff gab in Peking nach einer zweistündigen Verhandlung dem Antrag Schüttlers statt.

Dank an Bach und Vesper

Der erste Dank des 32-Jährigen galt dem Deutschen Olympischen Sportbund mit Präsident Thomas Bach und Generalsekretär Michael Vesper. Letzterer hatte Schüttlers Standpunkt auch für den Dosb vertreten und war am Montag bei der Verhandlung dabei. "Da ging es zwei Stunden lang teilweise recht hoch her", berichtete Vesper. Die ITF war durch ihren Präsidenten Francesco Ricci Bitti und Generalsekretär Paul Smith vertreten.

Schüttler hatte den CAS am Sonntag angerufen, da er auf Grundlage der bereinigten Weltrangliste am Stichtag 9. Juni für Olympia startberechtigt, von der ITF aber bis zum letzten Moment nicht zugelassen worden war. Damals war der Korbacher die Nummer 89 im Ranking. Die ITF ließ die ersten 80 für Olympia zu - mit der Einschränkung, dass pro Nation nur vier Spieler antreten dürfen. Falls ein Verband mehr als diese vier unter den ersten 80 hat, werden die folgenden durch Nachrücker ersetzt.

Von den Spielern, die am 9. Juni als erste potenzielle Nachrücker auf den Plätzen 81 bis 88 vor Schüttler platziert waren, ist in Peking niemand dabei. Sie sind entweder verletzt, haben freiwillig verzichtet oder fallen dem Länderkontingent zum Opfer. Denis Gremelmayr (Mannheim), am 9. Juni die Nummer 66, und Michael Berrer (Stuttgart), als Nummer 83 ebenfalls noch vor Schüttler, hatte der Dosb nicht berücksichtigt. "Ich bin froh, dass der CAS die deutsche Nominierungshoheit endgültig klargestellt hat", sagte Vesper.

Schüttler über Reaktion der ITF "bestürzt"

Eben diese hatte der Weltverband bis zuletzt hartnäckig ignoriert und Spieler für Peking zugelassen, die am 9. Juni noch hinter Schüttler platziert waren. Den Urteilsspruch des CAS kommentierte die ITF überraschend aggressiv. Dem Dosb wurden in einer offiziellen Stellungnahme unter anderem "Verständnislücken" vorgeworfen, er verstehe nicht, "wie Profitennis funktioniert".

Für Schüttler selbst gäbe es gar keine Entschuldigung, er sei nicht qualifiziert und habe sich auf Kosten anderer Spieler vor Gericht einen Platz in Peking erstritten. "Dass die ITF in einer vom Stil und Inhalt nicht akzeptablen Weise reagiert, bestürzt mich schon sehr", sagte Schüttler.

Ob er in Peking tatsächlich im Doppel mit Kiefer antreten und versuchen kann, das Silber von Athen zu Gold zu machen, ist noch nicht klar. Dafür hatte der Dosb nämlich ursprünglich Philipp Kohlschreiber vorgesehen, der aber am Wochenende leicht angeschlagen vom Masters-Turnier in Cincinnati in die Heimat zurückkehrte.

Beim Dosb jedenfalls freute man sich auf die Ankunft des Nachrückers am Dienstag. Ob Schüttler schon eingekleidet ist, wusste Vesper spontan nicht so genau, versprach aber, notfalls auszuhelfen: "Er kriegt einen Anzug von mir, ich habe zwei."

© SID

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