Tennis
Regen stoppt Kiefers guten Auftakt

Es herrschte Wimbledon-Atmosphäre zum Auftakt des Olympischen Tennisturniers in Peking - aber genau die, die niemand will: Regen und schließlich nach stundenlangem Warten um 18.54 Uhr Ortszeit der Abbruch der Spiele für den Tag. Opfer der andauernden Niederschläge war unter anderem Nicolas Kiefer, dessen Match gegen den Russen Max Mirnyi beim Stand von 6:3 in die Zwangspause über Nacht ging.

Damit war auch die später am Abend angesetzte Doppel-Partie von Kiefer und Rainer Schüttler gegen die Österreicher Julian Knowle und Jürgen Melzer "gestorben". Roger Federer (Schweiz), der in der kommenden Woche als Weltranglisten-Erster von Rafael Nadal abgelöst wird, konnte ebenfalls nicht gegen den Russen Dimitri Tursunow antreten.

Vor dem Regen setzten sich die Favoriten James Blake (USA), Fernando Gonzalez (Chile) und Nikolai Dawydenko (Russland) durch. Der Weltranglisten-Vierte Blake bezwang den lettischen Aufsteiger Ernests Gulbis überraschend glatt mit 6:4, 6:2. Insgesamt konnten nur acht Matches beendet werden.

Kiefer wird sich besonders ärgern. Er musste wegen der Niederschläge schon zweieinhalb Stunden warten, ehe er am Nachmittag überhaupt erst den Nebenplatz sieben betreten durfte. Als er dann endlich gemeinsam mit seinem Gegner den Court zum Einspielen betrat, fielen erneut einige Regentropfen aus dem komplett grauen Himmel über Peking. Etwa fünf Minuten "lümmelten" beide unter einem Schirm auf ihren Stühlen. Coach Patrik Kühnen schützte sich derweil mit einem über den Kopf gezogenen Handtuch.

Als es dann losging, war "Kiwi" trotz der langen Warterei sofort da. Er begann mit einem Ass, ließ einen Doppelfehler folgen und dominierte anschließend die Partie ungefährdet. Gegen den Doppelspezialisten aus Weißrussland, der bei jeder Gelegenheit den Weg ans Netz sucht, waren seine aggressiven Returns und guten Passierschläge genau das richtige Mittel. Ein schnelles Break zum 2:0 konnte er sicher zum Gewinn des ersten Satzes halten.

Schon während des Spiels aber grummelte es vernehmlich am Himmel, Blitze zuckten und der Donner kam immer näher. Erste Tröpfchen fielen, die Linien wurden glatt. Die Unterbrechung nach dem ersten Satz war schließlich unvermeidlich, gerade noch rechtzeitig, bevor der Himmel seine Schleusen öffnete, konnten Kiefer und Mirnyi in die Umkleide fliehen.

Auch für Montag versprach der Wetterbericht kaum Aussicht auf Besserung. Die Verantwortlichen bemühten sich deshalb, so viele Spiele wie möglich durchzuziehen. Als nach dem ersten Satz von Kiefers Match bereits große Tropfen fielen, konnte sich Schiedsrichter Joseph Emmanuel (Frankreich) immer noch nicht zum Abbruch entscheiden.

Verzweifelt versuchten unterdessen Helfer, mit weißen Handtüchern die verschiedenen Plätze trockenzulegen. Alles vergebens - die Organisatoren mussten eingestehen, dass sich eben doch nicht alles planen lässt.

© SID

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