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Tennis-WM von 2005 an wieder in Schanghai

Paris (dpa) - Die Tennis-Weltmeisterschaft soll von 2005 an wieder in Schanghai ausgespielt werden. Den Wechsel aus der Ölmetropole Houston will die Spielervereinigung ATP am 3. Juni bekannt geben. Das erfuhr die Deutsche Presse Agentur (dpa) am Rande der French Open in Paris.

Paris (dpa) - Die Tennis-Weltmeisterschaft soll von 2005 an wieder in Schanghai ausgespielt werden. Den Wechsel aus der Ölmetropole Houston will die Spielervereinigung ATP am 3. Juni bekannt geben. Das erfuhr die Deutsche Presse Agentur (dpa) am Rande der French Open in Paris.

Im US-Bundesstaat Texas wird der so genannte Masters Cup vom 8. bis 14. November 2004 zum zweiten und letzten Mal ausgetragen. Für den Dreijahresvertrag bis 2008 soll die chinesische Wirtschaftmetropole, die schon 2002 erfolgreicher Gastgeber der WM war, rund 20 Millionen Dollar zahlen.

Der WM-Wechsel, der sich nach dem viel kritisierten Auftakt im vergangenen November abgezeichnet hatte, wurde in Texas mit bösen Kommentaren aufgenommen und zu einer Abrechnung mit ATP-Chef Mark Miles genutzt. Im «Houston Chronicle» bezeichnete Jim McIngvale, der Macher und Geldgeber des Turniers der besten acht Tennisspieler der Saison, seinen Landsmann als einen eitlen Funktionär, dem nichts wichtiger sei als seine 700 000 Dollar Jahressalär und das Privileg, mit einem First-Class-Ticket um die Welt zu reisen. Darüber hinaus sei «Miles total nutzlos. Er hat nichts für das Tennis getan.»

«Matratzen-Mack», wie der Möbel-Unternehmer in seiner Heimat genannt wird, hatte den Masters Cup für rund sieben Millionen Dollar in seine Heimatstadt Houston geholt. Das Geld stammte ebenso aus seiner Schatulle wie die rund zehn Millionen Dollar für das nach seinen Läden benannte «Gallery Furniture»-Stadion im Westside Tennis Club. Die rustikale und eigenwillige Art des Selfmade-Millionärs sorgte freilich von Beginn der Partnerschaft an für Irritationen.

«Wir hatten nie Kontakt», beklagte sich McIngvale über das stete Desinteresse des ATP-Chefs. «Der Kerl», wie er Miles im «Houston Chronicle» nannte, «hat mich noch nicht ein Mal angerufen. Und dann beschwert er sich, dass wir zu wenig Geld für das Entertainment seiner Gäste ausgegeben haben. Die ATP ist ein schrecklicher Partner, absolut schrecklich.»

Schon während des Masters Cups hatte es Ärger gegeben. Vor allem wegen der Art und Weise, wie McIngvale als Veranstalter auftrat und seine Sympathien für seine Landsleute Andre Agassi und Andy Roddick bis zum Verdacht der Bevorzugung ausreizte. So wurde Weltmeister Roger Federer nach dem Finale behandelt wie der Verlierer. McIngvale hatte dem Schweizer bis zuletzt nicht verziehen, dass er den eigens verlegten Hartplatz als nicht WM-tauglich bezeichnet hatte. Das nationalistische Auftreten McIngvales veranlasste selbst seinen Landsmann Miles zur Abkehr vom Standort USA. Die Überzeugungskraft des Geldes der Chinesen dürfte ein weiteres Argument gewesen sein.

Inzwischen hat McIngvale schon nach einer neuen Spielwiese Ausschau gehalten. Er will das Daviscup-Finale nach Houston holen - dafür muss sich das US-Team mit einem Sieg gegen Weißrussland aber erst einmal qualifizieren.

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