Terminalprojekt bleibt schwierig
Fraport trotzt der Luftfahrtkrise

Entgegen des international rückläufigen Verkehrsaufkommens in der Luftfahrt hat der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG im ersten Halbjahr 2002 merklich zugelegt.

Reuters FRANKFURT/M. Ähnlich wie bereits die Deutsche Lufthansa spürt Fraport nach eigenen Angaben eine leichte Erholung nach der schweren Krise, in der sich die Flugbranche seit den Anschlägen vom 11. September befindet. Dies zeigten die Geschäftszahlen, sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender am Donnerstag.

Trotz eines rückläufigen Passagier- und Frachtaufkommens steigerte Fraport in den ersten sechs Monaten 2002 Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Beim Ergebnis übertraf das Unternehmen die Schätzungen der Analysten. Für das Gesamtjahr behielt der Konzern seine Vorhersage bei.

"Fortschritte" zeichneten sich in der schwierigen Lage rund um das Investment der Fraport AG in ein Flughafenprojekt auf den Philippinen ab, sagte Bender. Für konkrete Ergebnisse sei es allerdings noch zu früh, hieß es.

Anzeichen für Erholung

Um 14,3 Prozent auf 234 Millionen Euro steigerte Fraport im ersten Halbjahr das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Von Reuters befragte Analysten hatten hier im Schnitt mit 225 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 855,2 Millionen Euro, der Überschuss nahm um mehr als 37 Prozent auf 53,6 Millionen Euro zu.

Grund neben einer Erhöhung der Flughafen-Entgelte seien unter anderem höhere Einnahmen aus Sicherheitsdienstleistungen sowie gestiegene Einzelhandelserlöse am Frankfurter Flughafen gewesen, hieß es. Ohne Berücksichtigung der per Jahresbeginn übernommenen Sicherheitsfirma ICTS Europa wäre der Umsatz allerdings nur um 3,3 Prozent gewachsen, räumte Bender ein.

Entgegen des Umsatztrends war in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Passagierzahl am Frankfurter Flughafen um 4,3 Prozent auf 22,9 Millionen Fluggäste und das Frachtaufkommen um 2,8 Prozent auf 723.700 Tonnen zurückgegangen.

Bender bekräftigte die Zielsetzung, 2002 einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von rund 500 Millionen Euro und damit in etwa auf Vorjahresniveau erzielen zu wollen. Insgesamt zeigte sich der Konzernchef verhalten optimistisch. Die Fraport AG sei insgesamt "auf gutem Weg" und wolle auch "über das schwierige Jahr 2002 hinaus" weiter wachsen. Der Aktienkurs von Fraport stieg bis zum Nachmittag um 0,3 Prozent auf 22,95 Euro.

Gespräche mit Billig-Fluglinien

Bewegung kommt offenbar in das verlustreiche Terminalprojekt im philippinischen Manila. Die Regierung des Landes habe Gesprächsbereitschaft über eine mögliche Rückabwicklung des Vorhabens signalisiert, hieß es. Dabei gehe es um eine Rückzahlung der Fraport Fraport-Finanzierungsbeiträge. könne dann gegen Gebühr den Betrieb des Terminals gewährleisten.

Bender unterstrich, dass die Fraport AG kein weiteres Geld in das Manila-Projekt beziehungsweise die dortige Beteiligungsgesellschaft Piatco stecken werde, bis Fortschritte mit den philippinischen Partnern erzielt seien. Das Unternehmen hatte bereits im April jedwede Zahlungen auf Eis gelegt.

Fraport investierte bereits mehrere hundert Millionen Dollar in den Bau eines neuen Terminals in Manila, doch das Projekt bescherte dem Unternehmen bisher Verluste. Vergangenes Jahr hatten bereits Sonderabschreibungen auf die Investitionen das Ergebnis des Konzerns empfindlich belastet. Zurzeit sehe Fraport aber nicht die Notwendigkeit, eine "Korrektur in den Büchern" vorzunehmen, sagte Finanzvorstand Johannes Endler.

Wie Bender zudem am Nachmittag in einer Telefonkonferenz mit Analysten sagte, verhandelt Fraport mit weiteren Billigfliegern über die Nutzung des bislang von der irischen Ryanair angeflogenen Flughafens Hahn. "Wir sind in Gesprächen mit einigen anderen Fluglinien", sagte der Fraport-Chef. "Wir hoffen, dass auch sie von Hahn aus tätig sein werden." Es sei aber noch keine Entscheidung dazu gefallen, ergänzte er.

Fraport hält rund 75 Prozent an dem ehemaligen Militärflughafen Hahn im Hunsrück, der bislang von der irischen Billigfluglinie Ryanair als Start- und Landebasis genutzt wird. Bender hatte zuvor bereits angekündigt, wegen der neuen ICE-Schnellverbindung zwischen Frankfurt und Köln Kooperationsgespräche mit dem Konkurrenz Köln-Bonn-Flughafen aufgenommen zu haben.

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