Terminplan für Börsengang bekannt gegeben
Post meldet sich mit Rekordzahlen für Börsengang an

Aus dem einstigen nationalen Brief- und Paketbeförderer, bekannt auch als die "Schneckenpost", ist ein erfolgreich global agierender Logistik-Konzern geworden. Wie bei der T-Aktie ist auch das Interesse an der "Aktie Gelb" riesig. Privatanleger können die Aktie vom 30. Oktober bis zum 16. November zeichnen.

dpa BONN. Die Deutsche Post sieht sich für ihren Börsengang am 20. November bestens gerüstet. Konzern-Vorstandschef Klaus Zumwinkel präsentierte am Freitag in Bonn eine Halbjahresbilanz mit satten Zuwächsen bei Gewinn und Umsatz. Aus der früheren "Schneckenpost" mit roten Zahlen sei einer der größten Logistik-Konzerne der Welt mit rosigen Perspektiven geworden. Dies sei eine "wichtige Botschaft an unsere künftigen Aktionäre".

Wie bei der T-Aktie ist auch das Interesse an der "Aktie Gelb" riesig. Rund 650 000 Interessenten hätten sich bereits registrieren lassen, berichtete Zumwinkel. Die Zig-tausend Post-Mitarbeiter könnten (bis zu einem Anteil von 13 300 DM) fest mit Zuteilungen rechnen. Und auch Postbank-Kunden, die ein Depot bei der neuen Direkt-Brokerage-Tochter Easytrade eröffnen, werde eine bessere Chance bei der Zuteilung eingeräumt.

Preisspanne ist noch unklar



Privatanleger können die Aktie vom 30. Oktober bis zum 16. November zeichnen. Die Preisspanne ist noch unklar. Der endgültige Preis und die Zuteilung sollen am 18./19. November erfolgen. Über mögliche Anreize für Privatanleger werde die Öffentlichkeit in Kürze informiert, kündigte der Post-Chef an.

Wer die Aktie im November kaufe, sei bereits für das Jahr 2 000 dividendenberechtigt, sagte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst. Wie hoch die Dividende angesetzt werde, werde derzeit diskutiert. Ab 2001 werde an eine Ausschüttungsquote zwischen 25 und 30 % gedacht. Die Eigenkapitalrendite werde in diesem Jahr voraussichtlich bei mehr als 30 % liegen, sagte Zumwinkel.

Milliarden-Erlös soll für Pensionszahlungen verwendet werden



Der Bund als Noch-Eigentümer des privatisierten Unternehmens, das inzwischen unter dem Konzernnamen Deutsche Post World Net firmiert, will in einer ersten Tranche 25 bis 33 % seiner Anteile an den Markt bringen. Geplant sei eine Notierung an der Frankfurter Börse sowie voraussichtlich auch an allen anderen deutschen Regionalbörsen, sagte Zumwinkel. Aus dem Börsengang erhält der Konzern selbst keinen Pfennig. Den Milliarden-Erlös will der Bund gänzlich für Pensionszahlungen verwenden.

Der Konzern sei "heute so stark wie noch niemals in der Unternehmensgeschichte", sagte Zumwinkel auf der Halbjahresbilanz- Pressekonferenz. "Wir sind fit für die Börse." Entscheidungen der EU- Kommission zu den anhängigen Wettbewerbsverfahren gegen die Post seien bis zum Börsentermin nicht mehr zu erwarten.

Post präsentiert beeindruckende Zahlen



Der Gewinn (Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibung Firmenwerte/EBITA) des Konzerns stieg nach Angaben Zumwinkels im ersten Halbjahr 2000 (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) sprunghaft um 141 % von 581 Mill. Euro (1,16 Mrd. DM) auf rund 1,4 Mrd. Euro (2,8 Mrd. DM). Auch für das Gesamtjahr sei "ein wesentlich besseres Ergebnis" als im Vorjahr zu erwarten.

Nach weiteren Zukäufen gab es beim Umsatz erneut ein deutliches Plus von 58 % auf 15,7 Mrd. Euro (31,4 Mrd. DM). Dabei verdreifachte sich der Anteil des im Ausland erzielten Umsatzes - vor allem durch die Akquisition des US-Unternehmens Air Express International (AEI). Der operative Cash Flow stieg um 58 % auf 1,6 Mrd. Euro.

Im Inland verringerte der Konzern den Personalbestand im ersten Halbjahr weiter von 246 000 auf 237 000 Mitarbeiter. In Relation zum Umsatz verringerten sich die Personalkosten kräftig.

Der Umbau des Konzerns mit den vier Säulen Brief, Paket/Express, Logistik und Finanzdienstleistungen (Tochter Postbank) gehe weiter, kündigte Zumwinkel an. "Aus dem einstigen nationalen Brief- und Paketbeförderer ist bereits ein erfolgreicher global agierender Logistik-Konzern geworden."

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