Terror-Angst etwas größer: Versicherer erwarten kein Geschäftsrisiko durch einen Krieg

Terror-Angst etwas größer
Versicherer erwarten kein Geschäftsrisiko durch einen Krieg

Vom drohenden Irak-Krieg und möglicherweise folgenden Terror-Attacken erwarten die großen deutschen Versicherungen kein größeres Geschäftsrisiko. Krieg werde außer in der Transport-Sparte nicht versichert, sagten Sprecher von Allianz und Münchener Rück am Dienstag in München. Daher seien die Risiken "sehr überschaubar". Auch bei der Münchener Rück hieß es, man erwarte kaum Auswirkungen auf das Geschäft.

HB/dpa MÜNCHEN. Auch in der primär aus Luftfahrt- und Schiffsversicherungen bestehenden Transport-Sparte ist das Kriegsrisiko nach Einschätzung der Versicherer gering. "Denn die Verträge sind sehr kurzfristig kündbar, bei uns mit 14-tägiger Frist, bei den meisten Erstversicherungen sogar mit der Frist von einer Woche", sagte eine Münchener-Rück-Sprecherin. Die Allianz geht zudem von einem sofortigen Überflugverbot der gesamten Golf-Region bei einem Angriff aus, was die Gefahren für die Luftfahrt weiter senken würde. Ohnehin umfasst die Transport-Branche bei beiden großen Versicherungen wenige als fünf Prozent des Gesamt-Portefeuilles.

Auch das bei einem Krieg steigende Terrorrisiko stuft die Münchener Rück als klein ein. Die Versicherung von Terror-Schäden sei nach den Anschlägen vom 11. September 2001 stark eingeschränkt worden. Ausländische Objekte würden nur bis zu einer Versicherungssumme von 50 Millionen Euro gegen Terror versichert.

Die Allianz ist wegen der Terror-Angst etwas skeptischer: "Das Risiko ist unberechenbar", sagte der Sprecher. In der Golf-Region seien Terrorschäden zwar aus den Verträgen ausgeklammert. In den als besonders Terror gefährdeten USA müssten Anschläge dagegen mitversichert werden, das verlange das Gesetz.

Bei Terror-Angriffen in Deutschland müssen die Versicherungen dagegen nur bei Kleinobjekten mit einer Versicherungssumme bis 25 Millionen Euro einspringen. "Alles, was drüber liegt, wird von der Extremus AG versichert", sagten beide Sprecher.

Die Extremus Spezialversicherung ist eine Gemeinschafts- Assekuranz, die 2002 von zahlreichen deutschen Versicherern als Reaktion auf den 11. September gegründet worden ist. Sie versichert speziell Terrorschäden. Die Schadenssumme verteilt sich auf die beteiligten Versicherungen.

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