Terror mit Raketen oder Modellflugzeugen
BND warnt vor Flugzeug-Anschlägen

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vor Anschlägen der radikalislamischen El-Kaida-Gruppe mit Flugzeugen auf deutsche Großstädte gewarnt.

wiwo/ap WIESBADEN. Der Polizei liegen Warnungen vor Terroranschlägen auf Passagierflugzeuge im deutschen Luftraum vor. Demnach könnten Terroristen versuchen, eine Maschine beim Start oder Landeanflug mit Boden-Luft-Raketen oder Sprengstoff-bestückten Modellflugzeugen zum Absturz zu bringen, wie das hessischen Landeskriminalamt am Mittwoch erklärte. Die Hinweise seien 14 Tage alt. Das LKA betonte aber, es gebe keine Erkenntnisse, dass El-Kaida-Kämpfer, Kleingruppen oder andere "Gotteskrieger" in Deutschland seien, die über diese Technik verfügen.

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung warnte der Bundesnachrichtendienst "sehr konkret" vor der Gefahr eines Terroranschlags auf startende oder landende Verkehrsflugzeuge über Frankfurt und anderen deutschen Großstädten. Diese Möglichkeit sei in El-Kaida-Kreisen diskutiert worden, melde der BND unter Berufung auf abgefangene Funksprüche. "Wir können nur eindringlich davor warnen, diese Gefahr zu unterschätzen", zitierte das Blatt einen ranghohen BND-Mitarbeiter. Der BND wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren.

Das LKA bewertete die Hinweise wie folgt: "Die bei den Sicherheitsbehörden vorliegenden Gefährdungshinweise zu möglichen Anschlagsszenarien konnten bislang weder konkretisiert oder präzisiert noch durch zusätzliche Erkenntnisse bestätigt werden." Die zuständigen Stellen seien auf die mögliche Gefahr hin aber nochmals sensibilisiert worden.

Ein Sprecher des Frankfurter Flughafens sagte, es gebe keine Hinweise der Polizei, die eine Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen am Frankfurter Flughafen notwendig machten.

"Bild" liegt nach eigenen Angaben ein geheimes Fernschreiben des hessischen Landeskriminalamts vor, in dem mögliche Szenarien eines Anschlags durchgespielt würden: zum einen der Abschuss eines Jets durch tragbare Stinger-Raketen, die hochsensibel auf die Abwärme von Düsentriebwerken reagieren; zum zweiten der Abschuss durch ferngelenkte Drohnen, die eine zwei bis drei Kilogramm schwere Sprengladung transportieren könnten. Weder dem Bundeskriminalamt (BKA) noch dem Landeskriminalamt lägen aber konkrete Erkenntnisse vor, dass El-Kaida-Schläfer in Deutschland bereits im Besitz derartiger Waffensysteme seien, heißt es laut "Bild" in dem Schreiben weiter.

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