Terrorakte wirken weiter nach
US-Märkte bauen Verluste aus

New Yorks Aktienmärkten setzen die Talfahrt fort. Die wichtigsten amerikanischen Aktienindizes bauen ihre Verluste bis zur Mittagsstunde aus. Der Dow-Jones-Index stürzt mit 3,16 % in der Verlustzone. Der technologielastige Nasdaq-Index rutscht am Vormittag wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1 500 Punkten. Das Börsenbaromter verliert 2,61 % auf 1 488 Zähler. Spekulationen über weitere Terrorangriffe auf die USA und mögliche Manöver von Seiten der USA sorgen an New Yorks Aktienmärkten für Beunruhigung. Entlassungen und sinkende Unternehmenseinnahmen sind die ersten wirtschaftlichen Folgen der Katastrphe vom 11. September.

wsc NEW YORK. Wie groß das wirtschaftliche Ausmaß der menschlichen Tragödie sein mag, weiß auch über eine Woche nach dem Terroranschlag an New Yorks Aktienmärkten niemand vorherzusagen. Zwar prognostizierte Notenbankchef Alan Greenspan, dass sich die Aussichten der US-Wirtschaft durch die Terrorakte der vergangenen Woche nicht deutlich verschlechtern würden. Die negativen Auswirkungen des Anschlags auf die US-Konjunktur seien nur kurzfristig. Die Aussage konnte die Marktteilnehmer jedoch nicht langfristig beruhigen. Nachdem sich die Märkte im frühen Handel kurzzeitig von ihren Tiefständen entfernten, bauen sie nun die Verluste aus.

Zu den größten Verlierern gehören auch am vierten Handeltag nach dem Terrorakt die Aktien der Fluggesellschaften und Versicherungen. Die Fluglinen müssen wegen der rückläufigen Nachfrage die Kapazitäten reduzieren. American Airlines kündigte am Mittwoch Abend an, aufgrund der Entwicklung 20 000 Mitarbeiter entlassen zu müssen. Auch United Airlines und eine Vielzahl anderer amerikanischer Fluggesellschaften kündigten Entlassungen an. British Airways kündigte an, ebenfalls 7 000 Mitarbeiter und damit 12,5 % der Belegschaft entlassen zu wollen.

Finanz- und Brokerwerte größte Verlierer

Auch Finanz- und Brokerwerte gehören am Donnerstag erneut zu den größten Verlierern. Die Analysten von JP Morgan stufen die Aktie von Citigroup ab. Aber auch Technologiewerte haben zu leiden. Cisco , Sun Mircosystems und Microsoft verlieren an Wert. Novellus rutscht trotz des angekündigten Aktienrückkaufprogramms ins negative Terrain. Die Analysten von Goldman Sachs und anderer Brokerhäuser reduzieren die Gewinnerwartungen für Adobe . Der Softwarehersteller hatte die Expertenprognosen für das vergangene Quartal um einen Cent verfehlt.

Applied Materials verliert an Wert, nachdem der Hersteller von Produktionsanlagen für die Chip-Herstellung ankündigt, 2 000 Mitarbeiter zu entlassen. "Die Dauer und Schwere des Abschwungs und das Fehlen kurzfristiger Ertragsaussichten machen es nötig, zusätzliche Maßnahmen zur Anpassung der Kapazitäten an die derzeitige Geschäftslage zu ergreifen", sagte der Vorstandvorsitzende James Morgan.

Ebenfalls unter Abgabedruck geraten die Aktien der Unterhaltungsbranche. Aufgrund der Anschläge sei mit einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft zu rechnen, sagt die Vereinigung des US-Einzelhandels und senkt die Umsatzprognosen des Sektors für das vierte Quartal erheblich. Im vierten Quartal sollen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 2,2 % steigen und nicht, wie bisher erwartet, um 4 %. Am Dienstag wurde ein Einbruch der wöchentlichen Einzelhandelsumsätze um 60 % gemeldet.

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