Terroranschläge auf Bali
Bush mahnt zum Kampf gegen Terror

US-Präsident George W. Bush hat die Welt nach den Anschlägen auf Bali dazu aufgerufen, sich der Herausforderung des Terrorismus zu stellen.

Reuters WASHINGTON/BALI. "Die Welt muss sich dieser globalen Bedrohung stellen", sagte Bush am Sonntag in Washington und nannte die Anschläge eine feige Tat. Australiens Ministerpräsident John Howard forderte Indonesien auf, alles zu tun, um des Terrorismus' Herr zu werden. In US-Kreisen hieß es, es gebe einige Gründe dafür, dass die Täter mit der El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden in Kontakt gestanden oder ihr nachgeeifert hätten. Bei der Mehrzahl der mindestens 183 Todesopfer der Bombenanschläge auf der indonesischen Insel Bali handelt es sich nach amtlichen Angaben um Ausländer, darunter eine Deutsche.

Bush sprach von einer "feigen Tat, die Terror und Chaos" schaffen sollte. Er bot der indonesischen Regierung die Hilfe seines Landes bei der Suche nach den Verantwortlichen an. Ein Team der US-Bundespolizei FBI war nach US-Regierungsangaben auf dem Weg nach Indonesien, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Zugleich riet das US-Außenministerium von Reisen nach Indonesien ab und forderte alle US-Bürger in Indonesien auf, das Land zu verlassen. Zudem würden alle US-Regierungsbeamten in Indonesien abgezogen, die dort nicht unbedingt gebraucht würden. Die El-Kaida-Gruppe des moslemischen Extremisten Osama bin Laden soll Berichten zufolge versuchen, in Indonesien Fuß zu fassen. In US-Kreisen hieß es, es gebe Hinweise, dass ein Netz islamischer Extremisten um den Moslem-Geistlichen Abu Baker Bashir Verbindungen zur El Kaida unterhalte. Indonesien hat dagegen erklärt, es gebe keine Beweise für eine Verbindung Bashirs zur Extremisten-Gruppe Jemaah Islamiah.

Die "New York Times" hatte am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise gemeldet, die Anschläge zeigten, dass sich das El-Kaida-Netz rund ein Jahr nach dem Afghanistan-Feldzug der USA wieder neu gebildet habe. Kleinere Gruppen würden durch Botschaften von führenden El-Kaida-Mitgliedern zu neuen Gewalttaten angestachelt. In der vergangenen Woche waren neue Videobotschaften der El Kaida aufgetaucht, in denen die Gruppe den USA und ihren Verbündeten erneut gedroht hatte. El-Kaida-Chef Bin Laden gilt den USA als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September. Der republikanische US-Senator Richard Shelby sprach nach einer Besprechung mit Experten des FBI und des Geheimdienstes CIA im Zusammenhang mit den Anschlägen von "definitiven Terrorverbindungen". Es müsse mit weiteren Taten gerechnet werden.

Zwei selbstgefertigte Sprengsätze waren am Samstagabend fast zeitgleich vor zwei Nachtlokalen in Kuta Beach auf der Insel Bali detoniert, die besonders bei australischen und japanischen Touristen beliebt ist. Eine dritte Bombe explodierte in der Nähe eines US-Konsulats. Der indonesischen Polizei zufolge war die Identifizierung der zum Teil stark verkohlten Leichen schwierig. Unter den Toten sind nach offiziellen Angaben unter anderen 15 Australier und zwei US-Bürger. Indonesische Behörden sprach von mindestens 300 Verletzten.

Hunderte verletzte und verängstigte Urlauber wurden nach den Bombenanschlägen auf Bali am Montag ausgeflogen. Ein Sprecher der australischen Botschaft in Indonesiens Hauptstadt Jakarta sagte, rund 200 Australier seien in die nordaustralische Stadt Darwin gebracht worden. Unter den Toten ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin eine Deutsche. Acht Bundesbürger seien unter den Verletzten. Zwei von ihnen seien aus dem Krankenhaus entlassen und drei nach Australien zur Behandlung geflogen worden. Zehn Deutsche würde noch vermisst. Das Auswärtige Amt warnte vor Reisen nach Bali.

Der Sprecher der australischen Botschaft sagte, in der Nacht hätten Militärmaschinen Australier von Bali in ihre Heimat zurückgebracht. Der Regierung zufolge wurden 110 Australier verletzt. 220 Australier würden noch vermisst. Nach Angaben der indonesischen Polizei stammten weitere Opfer aus Großbritannien, Frankreich und Schweden.

Wegen der Anschläge gerieten einige asiatische Währungen, insbesondere die indonesische Rupie, unter Druck. Der Anschlag treffe vor allem die asiatischen und weniger die großen Währungen, sagte Devisenstratege Karl Broecker von der Landesbank Baden-Württemberg. Neben der Rupie werde der Singapur-Dollar und der thailändische Baht belastet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%