Terroranschläge ohne Einfluß auf langfristige Planung
Lufthansa hält an A 380 Bestellungen fest

Die Deutsche Lufthansa will ungeachtet der finanziellen Einbußen durch die Terroranschläge in den USA an ihrer Milliarden-Investition zur Erneuerung der Langstreckenflotte festhalten.

HB DÜSSELDORF. Wie eine Lufthansa-Sprecherin gegenüber dem Handelsblatt (Montagausgabe) bestätigte, bleibe die Bestellung von 15 Maschinen des weltgrößten Passagierflugzeugs A 380 sowie von acht neuen Boeing Jumbo-Jets 747-400 auch nach den Terrorakten auf der Tagesordnung des am Mittwoch tagenden Aufsichtsrates.

Die Airline macht damit klar, dass sie trotz der befürchteten Einbußen an die Wachstumsperspektive des internationalen Luftverkehrs glaubt. Luftfahrt-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler hält die Bestellung für richtig: "Das ist eine Langfristinvestition. Der neue Airbus A 380 soll bei der Lufthansa erst 2007 eingesetzt werden, da fallen die heutigen Probleme wohl nicht mehr ins Gewicht."

Nach Einschätzung von Branchenkennern wird die Lufthansa ihre Gewinnziele für dieses Jahr kaum mehr erreichen. Vor den Terroranschlägen hatte Lufthansa noch einen operativen Gewinn zwischen 700 und 750 Mill. Euro in Aussicht gestellt, unter der Voraussetzung, das wirtschaftliche Umfeld werde sich im vierten Quartal erholen.

Ausfälle in Höhe von mindestens 30 Mill. Euro

Lufthansa lehnt es bislang ab, die finanziellen Folgen des zusammengebrochenen Nordatlantikgeschäfts zu beziffern, aber Analysten schätzen die Erlösausfälle für die Airline aus den Streichungen der sehr profitablen Nordamerikaflüge auf rund 10 Mill. Euro täglich. Die Ausfälle summieren sich damit auf mindestens 30 Mill. Euro.

Etwa 20 % der Erlöse von rund 10 Mrd. Euro erwirtschaftete die Lufthansa Passage im Jahr 2000 allein im Verkehr mit Nordamerika. Insgesamt rund 55 000 Passagiere waren bisher von den Streichungen betroffen. Der Aktienkurs der Lufthansa stürzte zum Wochenschluss zeitweise auf sein niedrigstes Niveau seit vier-einhalb Jahren. Auf rund 10 Mrd $ allein in der ersten Woche schätzt der Luftfahrt-Verband IATA die Einbußen für die Luftfahrtkonzerne in Folge der Anschläge.

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