Terroranschlag auf Bali
Australien besteht auf Beteiligung an Ermittlungen

Nach den verheerenden Bombenanschlägen auf der Ferieninsel Bali verlangt Australien von Indonesien, an den Ermittlungen beteiligt zu werden. "Wir haben ein Recht darauf und ich habe die Pflicht, die indonesische Regierung zu einer kooperativen Anstrengung zu drängen", sagte Premierminister John Howard am Montag im australischen Rundfunk.

HB/dpa KUTA/SYDNEY. Mehrere Dutzend australische Polizei- und Geheimdienstbeamte machten sich bereits auf den Weg nach Bali. Auch die USA und Großbritannien boten Hilfe bei den Ermittlungen an. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden will eine Spezialeinheit zur Identifizierung der Opfer nach Bali schicken.

Die Mehrzahl der mindestens 187 Toten und mehr als 300 Verletzten stammten wahrscheinlich aus Australien. Unter den Toten ist auch mindestens eine Deutsche. Howard rief seine Landsleute auf, sich auf eine "katastrophale" Opferzahl einzustellen. 80 Schwerverletzte, darunter auch 3 Deutsche, wurden bereits in australische Krankenhäuser ausgeflogen. Auf dem Transport und kurz nach der Ankunft in Australien starben zwei Verletzte. Australische Medien berichteten, dass noch 220 Australier auf Bali vermisst würden.

Wer die Anschläge verübte, ist noch völlig unklar. Bis zum Montagmorgen bekannte sich niemand zu den Bombenattentaten. Auch wurde nichts über Festnahmen bekannt. Die australische Regierung sprach von einem gezielten Terroranschlag gegen westliche Urlauber. Die Drahtzieher hätten möglicherweise Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden, sagte Außenminister Alexander Downer. Hinter den Anschlägen könnte die militante indonesische Moslemorganisation Jemaah Islamiah stecken. Bundesaußenminister Joschka Fischer bezeichnete die Vermutung, dass das El-Kaida-Netzwerk dafür verantwortlich sei als Spekulation, "die ich nicht bestätigen kann".

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