Terrorexperten und Geheimdienste einer Meinung
El Kaida hinter Anschlägen in Kenia vermutet

Internationale Terrorismusexperten und israelische Geheimdienstkreise gehen davon aus, dass die Anschläge in Kenia auf das Konto der Terrororganisation El Kaida gehen. Im Funkverkehr, den internationale Geheimdienste abgehört hätten, habe es in den vergangenen Tagen verstärkte Aktivitäten von El-Kaida-Kommandos gegeben, sagte der Terrorismusexperte Rolf Tophoven.

HB/dpa HAMBURG. "Es hat unter anderem die Nachricht gegeben, die Stunde Null steht kurz bevor." Dies könnte ein verschlüsselter Auftrag an die Kommandos gewesen sein, aktiv zu werden. Die Tatsache, dass die Anschläge fast zeitgleich verübt worden seien, deute ebenfalls auf El Kaida hin, meinten Sicherheitsexperten. Konkrete Beweise für eine Verbindung zu El Kaida gebe es jedoch nicht, hieß es in Berlin und London.

Der kenianische Botschafter in Israel hält das Terrornetzwerk von Osama bin Laden für den Drahtzieher. Er habe keinerlei Zweifel, dass El Kaida hinter den Anschlägen stecke, sagte John Malan Sawe dem israelischen Armeesender. Für eine Urheberschaft von El Kaida spreche auch das professionelle Vorgehen, hieß es in israelischen Sicherheitskreisen. Der israelische Geheimdienst Mossad wurde mit der Untersuchung der Anschläge beauftragt.

Tophoven sagte im Rundfunksender SWR 1 Rheinland-Pfalz: "Die Terrororganisation von Osama bin Laden hat in der Vergangenheit stets mehrere Anschläge zur gleichen Zeit ausgeführt." Der Terrorexperte Paul Wilkinson von der schottischen St.-Andrews-Universität erinnerte in diesem Zusammenhang an die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998. Auch am 11. September 2001 habe El Kaida mehrere Terrorakte koordiniert, sagte der Experte für internationalen Terrorismus. Zudem betrachte El Kaida Israel als eines seiner Hauptziele. Dies alles sei natürlich noch kein Beweis. Auch die radikalislamische Hisbollah aus dem Libanon komme in Frage. "Aber nach meiner Einschätzung ist das nicht so wahrscheinlich", sagte Wilkinson. "Es ist wahrscheinlicher, dass es El Kaida gewesen ist."

Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es keine Hinweise auf eine Verbindung zur Terrorgruppe El Kaida. Auch Innenminister Otto Schily betonte, der Hintergrund der jüngsten Anschläge sei noch unklar. Allerdings bewiesen die Attacken von Mombasa, wie gefährlich die Bedrohung durch den Terrorismus sei und "wie ernst diese terroristischen Netzwerke zu nehmen sind".

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