Terrorismus werde von den USA aber überall auf der Welt verfolgt
Powell: Derzeit keine Pläne für Angriffe auf andere Staaten

Nach Angaben des amerikanischen Außenministers Colin Powell gibt es derzeit keine Pläne für US-Angriffe auf andere Ziele als Afghanistan und die Organisation El Kaida des moslemischen Extremisten Osama bin Laden. Vor Journalisten in Washington sagte Powell am Mittwoch, im Kampf gegen den internationalen Terrorismus komme "eins nach dem anderen".

rtr/afp WASHINGTON/LONDON. Die erste Phase der Kampagne, die die USA nach den Anschlägen vom 11. September eingeleitet hatten, richte sich klar gegen El Kaida. Es bleibe zunächst zudem abzuwarten, was sich als Ergebnis der inzwischen eingeleiteten geheimdienstlichen, juristischen und finanziellen Maßnahmen zeige.

Powell unterstrich zugleich, die Ankündigung von US- Präsident George W. Bush, der Terrorismus werde von den USA überall auf der Welt verfolgt, wo immer er sich zeige, bleibe weiterhin gültig. Die "New York Times" hatte am Mittwoch berichtet, mögliche Schläge der USA könnten sich auch gegen "Terroristen" richten, die ihre Zentren in den Philippinen, in Indonesien und in Malaysia hätten und die Verbindungen zur El Kaida Bin Ladens unterhielten.

Straw: Großbritannien plant keine Angriffe gegen Irak

Gegen Irak liegen nach den Worten des britischen Außenministers Jack Straw keine Beweise für eine Verwicklung in die Terroranschläge vom 11. September vor. Bislang gebe es keine Hinweise auf eine Verbindung zu den Attentätern von New York und Washington, sagte Straw am Donnerstag dem britischen Rundfunksender BBC. Großbritannien plane keine militärischen Aktionen weder gegen Irak noch gegen andere Ziele außerhalb Afghanistans. Straw betonte, dies stehe nicht in Gegensatz zu der Haltung der USA.

Powell äußerte sich nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär George Robertson. Dieser hatte am Mittwoch erklärt, die NATO benötigte weitere Beweise, bevor sie eventuell ihre Unterstützung für die amerikanischen und britischen Militärschläge in Afghanistan auch auf andere Länder ausweiten würde. Sollte es allerdings neue Hinweise auf andere Verbindungen zu den Tätern vom 11. September geben, gelte auch hierbei dann die den USA gegenüber erklärte Solidarität der Bündnispartner, fügte Robertson hinzu. Zwar seien Bin Laden und seine Organisation vermutlich die Hauptverantwortlichen für die Anschläge, aber dies bedeute nicht zugleich, dass sie die Alleinverantwortlichen sein müssten.

Den Vereinten Nationen hatten die USA am Sonntag erklärt, die von der US-Regierung geltend gemachte Selbstverteidigung könne möglicherweise auch eine Ausweitung der militärischen Maßnahmen auch gegen andere Organisationen oder andere Staaten notwendig machen. In konservativen Kreisen in den USA war wiederholt auf den Irak und seinen Präsidenten Saddam Hussein hingewiesen worden, der trotz des Golf-Krieges von 1991 noch immer an der Macht sei. Nach Einschätzung von politischen Beobachtern dürfte ein Angriff auf den Irak jedoch die erklärte Unterstützung vieler arabischer Länder für die amerikanische Anti-Terror-Kampagne ernsthaft in Gefahr bringen. Die Islamische Weltkonferenz hatte die Anschläge vom 11. September am Mittwoch ausdrücklich bedauert. Powell sprach von einer "guten Erklärung" der Organisation, die 56 Nationen umfasst.

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