Terrorist Abu Abbas festgenommen: US-Truppen festigen Kontrolle über Irak

Terrorist Abu Abbas festgenommen
US-Truppen festigen Kontrolle über Irak

Nach dem weitgehenden Ende der Kämpfe im Irak festigen die USA ihre Kontrolle über das Land. US- Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Dienstag in Washington, die US-Streitkräfte nähmen sich nun die kleineren Städte und Orte vor, die beim Marsch auf Bagdad "ausgelassen" worden seien.

HB/dpa WASHINGTON/BAGDAD. In der irakischen Hauptstadt nahmen US-Spezialeinheiten den Drahtzieher der Entführung des italienischen Kreuzfahrtschiffes "Achille Lauro", Mohammed (Abu) Abbas, fest. Mit neuen Vorwürfen, Vertreter des gestürzten irakischen Regimes zu beherbergen, und dem Schließen einer Ölleitung verstärkten die USA den Druck auf Syrien.

Das US-Zentralkommando bestätigte, Abbas, Chef der Palästinensischen Befreiungsfront (PLF), sei in der Nacht zum Dienstag im Süden Bagdads festgenommen worden. Abbas hat nach Berichten des US-Senders CNN möglicherweise vergeblich versucht, sich nach Syrien abzusetzen. Die "Achille Lauro" war im Oktober 1985 vor der ägyptischen Küste entführt worden. Der amerikanische Passagier Leon Klinghoffer wurde während der Entführung wegen seiner jüdischen Herkunft ermordet. Abbas wurde später in Italien zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Im vergangenen Oktober hatte US-Präsident George W. Bush die Zuflucht von Abbas in Bagdad als Beleg für die Kooperation des Iraks mit Terroristen angeführt.

Unterdessen berichtete CNN, der frühere Chef des irakischen Geheimdienstes Muchabarat, Faruk Hidschasi, habe sich nach Damaskus abgesetzt. Hidschasi sei von seinem letzten Posten als irakischer Botschafter in Tunis aus nach Syrien gereist. Der Iraker werde von den USA für den versuchten Mordanschlag auf den früheren Präsidenten George H.W. Bush im Jahre 1993 verantwortlich gemacht. Die USA haben Syrien beschuldigt, führenden Vertretern des gestürzten irakischen Regimes Zuflucht zu gewähren. US-Außenminister Colin Powell verlangte am Dienstag von Syrien die Auslieferung gesuchter Regimevertreter.

Die US-Streitkräfte schlossen nach Angaben von CNN eine Ölleitung vom Irak nach Syrien, die erst im Jahr 2000 in Betrieb genommen worden war und dem Ölexport unter Umgehung der UN-Sanktionen diente.

Führende Oppositionsgruppen verabschiedeten am Dienstag bei ihrem ersten Treffen nahe der südirakischen Stadt Nasirija einen 13-Punkte- Plan. Darin wird unter anderem betont, dass die neue Regierung nicht von außen bestimmt werden dürfe, sondern die Iraker ihre neue Regierung selbst wählen müssten.

Der US-Sonderbeauftrage Zalmay Khalilzad betonte, die USA hätten kein Interesse, den Irak zu regieren. Sie hofften auf die schnelle Bildung einer Übergangsregierung. Bei dem Treffen hatten rund 80 irakische Exil-Politiker, Stammeschefs und Religionsführer mit dem künftigen US-Verwalter Jay Garner beraten.

Die Staats- und Regierungschefs der EU kommen am Mittwoch in Athen zusammen, um über die Nachkriegsentwicklung im Irak zu beraten. Bisher ist sich die Europäische Union nicht darüber einig, welche Rolle die Vereinten Nationen (UN) beim Wiederaufbau spielen sollen. Zu dem EU-Gipfel wird auch UN-Generalsekretär Kofi Annan erwartet.

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