Terroristen festgenommen
100 Verletzte bei ETA-Anschlag in Madrid

Bei der Explosion einer Autobombe sind in Madrid fast 100 Menschen verletzt worden, vier davon schwer. Die beiden mutmaßlichen Terroristen, die den 25-Kilogramm-Sprengsatz vor dem Verwaltungsgebäude der spanischen Großbank gezündet hatten, wurden unmittelbar nach dem Anschlag am Dienstag festgenommen.

dpa MADRID. Dabei handelte es sich nach Angaben der Polizei um den steckbrieflich gesuchten Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA, Aitor Garcia Aliaga, und um die Ex-Gemeinderätin der Separatistenpartei Herri Batasuna (HB/Volksunion), Ana Belen Egues.

Die Autobombe explodierte zur Hauptverkehrszeit in einer belebten Straße im Osten der spanischen Hauptstadt nahe einer Schule und der Niederlassung des US-Computer-Konzerns IBM. Das Attentat galt nach Angaben der Polizei wahrscheinlich einem hohen Ministerialbeamten, der mit seinem Dienstwagen den Tatort passierte. Der Beamte Juan Junquera und sein Fahrer kamen mit leichten Verletzungen davon. Sie verdankten ihr Leben offenbar der Tatsache, dass die Terroristen die Bombe einige Sekunden-Bruchteile zu früh gezündet hatten.

Ein Passant beobachtete, wie ein Mann und eine Frau nach dem Attentat hastig in ein Auto stiegen und davonfuhren. Er folgte dem Paar mit seinem Wagen und alarmierte per Handy die Polizei. Nach einer Verfolgungsjagd nahmen die Beamten das Paar fest. Es hatte Pistolen, Perücken, gefälschte Polizeiausweise und falsche Mitgliedskarten der regierenden Volkspartei (PP) bei sich. Innenminister Mariano Rajoy sagte, die Festgenommenen gehörten dem berüchtigten ETA-Kommando in Madrid an.

In den vergangenen zwei Jahren hatte die ETA allein in der spanischen Hauptstadt zehn Autobomben gezündet und dabei zehn Menschen getötet. Madrid sei nur knapp einem Massaker entgangen, sagte Rajoy. In dem Gebäude der Großbank BBVA (Banco Bilbao Vizcaya Argentaria), vor dem die Bombe detonierte, arbeiteten etwa 1000 Menschen.

Nach einer Bilanz der Rettungsdienste wurden eine Mutter und ihre dreijährige Tochter sowie eine Britin und ein Tunesier schwer verletzt. Insgesamt mussten 99 Menschen ärztlich behandelt werden. 120 Wohnungen und 40 Autos wurden durch die Wucht der Explosion beschädigt.

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