Terroristen hatten vermutlich eigene Piloten
Attentäter flogen abgestürzte Maschinen vermutlich selbst

Nach Einschätzung von Terrorismusexperten könnte der saudiarabische Millionär Osama bin Ladin hinter den Anschlägen in New York und Washington stecken. Der Herausgeber der in London erscheinenden Zeitung "Al Quds al Arabi" sagte, Anhänger bin Ladins hätten vor drei Wochen mit einem "riesigen und beispiellosen Anschlag" gegen US-Einrichtungen gedroht.

AP PARIS/LONDON/NEW YORK. Roland Jacquard vom internationalen Zentrum für Terrorismus-Beobachtung in Paris vermutete eine gemeinsame Aktion von bin Ladin und extremistischen Palästinensern. Er nannte die Anschläge eine Kriegshandlung. Sie seien von langer Hand vorbereitet worden. Die Täter hätten nur auf das «grüne Licht» gewartet. Dieses sei nun mit der Situation im Nahen Osten gegeben worden. Die USA seien als wichtigster Verbündeter Israels das ideale Ziel.

Der Pariser Nahostexperte Antoine Sfeir betonte, es sei noch zu früh, einen Schuldigen zu benennen. Im Frühjahr und im Frühsommer habe es Treffen zwischen der Organisation bin Ladins, der palästinensischen Gruppe islamischer Dschihad und der ägyptischen al-Gamma al-Islamiya gegeben. Dabei habe eine gemeinsame Strategie gegen die USA abgesteckt werden sollen, sagte Sfeir unter Berufung auf Informationen europäischer Geheimdienste.

Der Herausgeber von "Al Quds al Arabi", Abdel Bari Atwan, sagte, er habe eine Warnung von islamischen Fundamentalisten aus bin Ladins Umfeld erhalten, diese aber nicht ernst genommen. Atwan sagte, die Fundamentalisten hätten zwar mit einem riesigen Anschlag gedroht, aber keine weiteren Einzelheiten genannt. "Wir nahmen die Warnungen damals nicht ernst, weil es das früher schon mehrmals gab und nichts passiert ist», sagte Atwan. Atwan interviewte bin Laden 1996 zwei Mal und unterhält seitdem Kontakt zu dessen Anhängern.

Der aus Saudi-Arabien stammende Millionär bin Ladin hält sich gegenwärtig in Afghanistan auf. Die USA machen ihn für die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 verantwortlich, bei denen 257 Menschen getötet wurden.

Terroristen hatten vermutlich eigene Piloten

Die Flugzeuge, die am Dienstag abstürzten, sind nach Ansicht von Terrorismusexperten von eigens dafür ausgebildeten Piloten geflogen worden. "Sie flogen die Flugzeuge selbst", sagte Gene Poteat, Präsident der Vereinigung Ehemaliger Geheimdienstoffiziere. "Kein Pilot, noch nicht mal mit einer Pistole am Kopf, würde in die Türme fliegen", sagte Poteat.

Die Flugzeugentführer hätten die Maschinen als Waffen benutzt, sagte Poteat. Die Terroristen waren seiner Ansicht nach offenbar auch in der Lage, Kommunikationssysteme zu deaktivieren, mit denen Behörden hätten gewarnt werden können. "Dies war eine sehr lang und offensichtlich sorgfältig geplante Operation", sagte Poteat.

Der Sprecher der Deutschen Flugsicherung, Axel Raab, sagte im ZDF, die bei der Anschlagserie benutzten Flugzeuge seien weit unterhalb der Radarerfassung geflogen. Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Georg Fongern, erklärte, vermutlich seien die Piloten der Maschinen vor dem Aufprall "außer Gefecht" gesetzt worden.

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