Terroristen-Netzwerke nicht alle erfasst
Schily plant Reise nach Tunesien

Nach der Explosionskatastrophe auf der tunesischen Ferieninsel Djerba will sich Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) vor Ort ein Bild machen.

dpa BERLIN. Einzelheiten zu seinen Reiseplänen konnte Schily am Dienstag in Berlin noch nicht sagen. Das Bundeskriminalamt hat nach eigenen Angaben bereits sieben Beamte nach Tunesien entsandt. Noch ist nicht endgültig geklärt, ob es sich bei der Brandkatastrophe vor einer Synagoge um einen Terroranschlag oder ein Unglück handelt.

Zu dem Stand der Ermittlungen wollte Schily nichts sagen. Er bekräftigte aber erneut, dass er nach den vorliegenden Hinweisen eher der These zuneige, "dass es sich um einen Anschlag handelt". Von Seiten der Bundesregierung werde alles getan, um den Sachverhalt aufzuklären.

Keine Aussagen machte Schily zu der vom BKA im Großraum Duisburg festgenommen Person. Auch ein angebliches Telefonat des Festgenommen mit dem möglichen Verantwortlichen in Tunesien wollte Schily nicht bestätigen. Auf die Frage, ob islamistische Terroristen Deutschland als Rückzugsraum nutzten, sagte Schily: "Leider müssen wir davon ausgehen, dass die terroristischen Netzwerke noch längst nicht alle erfasst sind." Zu einem in einer arabischen Zeitung zitierten Bekennerschreiben, sagte Schily, persönlich kenne er dies nicht. Selbst wenn es so ein Schreiben gäbe, sei eine Zuordnung schwierig. Der Minister konnte auch nicht bestätigen, dass die tunesische Seite inzwischen selbst einen Anschlag nicht mehr ausschließt. Dazu lägen ihm von Seiten der dortigen Regierung keine Informationen vor.

Die Zusammenarbeit mit den tunesischen Sicherheitsbehörden bezeichnete Schily inzwischen als vertrauensvoll, auch wenn es zunächst "an der einen oder anderen Stelle gehakt haben mag".

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