Test der 5 000-Punkte Marke wahrscheinlich
Dax-Ausblick: Angeschlagenes Anlegervertrauen belastet

Noch immer herrscht Unsicherheit an den Weltbörsen. Schwankungen bis zu als 10 % in einer Woche sind zurzeit bei den großen Aktienindizes der Regelfall. Analystenmeinungen, wie es nun auf dem Parkett weiter geht, reichen teils weit auseinander. Doch in einem sind sich die Experten einig: In der kommenden Woche dürften die Indizes bestenfalls seitwärts tendieren.

DÜSSELDORF. "In der vergangenen Woche gab es einen regelrechten Ausverkauf", sagt Wolfgang Pflüger, Chef-Volkswirt der Berenberg-Bank. Und er schließt daraus, dass die Aktienmärkte in ihrer Abwärtsbewegung jetzt einen Boden gefunden haben. "Die Panik der vergangenen Tage war das Spiegelbild der Euphorie im vergangenen Jahr, als die Kurse übertrieben in die Höhe schossen. Wir haben den Tiefpunkt gesehen", sagt er. Der Anlageexperte erwartet in der kommenden Woche Dax-Stände zwischen 5 800 und 6 100 Punkten. Für den US-amerikanischen Dow Jones Industrial-Index erwartet er nach den jüngsten Kursverlusten wieder Index-Stände über 10 000 Zählern.

Kleinanlegern rät Pflüger daher, jetzt zu kaufen. Er favorisiert die Branchen Automobile - z.B. Daimler wegen des günstigen Kurses - und Bau: "Bei den Bauaktien werden wir künftig auch Einzelwerte unter die Lupe nehmen", sagt der Anlagefachmann, denn diese hätten in der Vergangenheit immer sehr positiv auf Zinssenkungen der Zentralbanken reagiert. Auch Telekomaktien seien jetzt wieder attraktiv. Anleger müssten jedoch äußerst wählerisch sein. Pflüger rät zum Kauf der Deutschen Telekom und zur Telefonica-Aktie. Bei diesen Titeln sieht er gute Kurschancen. Besonders die spanische Telefongesellschaft Telefonica habe sich während der Börsenturbulenzen gut halten können

DG Bank erwartet erneute Abwärtsbewegung

Die Analysten der DG Bank sind weitaus skeptischer. In ihrer wöchentlichen Börsenstrategie heißt es: "Die US-Einflüsse dominieren - noch wird keine nachhaltige Kurserholung am deutschen Aktienmarkt erwartet." In den USA sei ein Ende der Gewinnrezession nicht vor dem vierten Quartal zu erwarten. Im problembeladenen Technologiesektor werde die Erholung sogar noch länger auf sich warten lassen. Die Vorgaben der Leitbörsen aus Übersee werden nach der Erwartung der DG Banker nächste Woche bestenfalls wechselhaft werden. Dies spreche dafür, dass ein erneuter Test der Tiefstände aus der vergangenen Woche wahrscheinlich sei. Aus technischer Sicht sieht die DG Bank eine Unterstützung beim Dax auf dem Niveau von 5 000 Punkten.

Spannende Unternehmenstermine stehen an

Bei den Dax-Unternehmen halten in der kommenden Woche Linde (Dienstag), die Dresdner Bank und MAN (beide Donnerstag) Bilanzpressekonferenzen ab. Interessant erscheint den Analysten der DG Bank besonders der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr, denn teils enttäuschende Zahlen für das Jahr 2000 seien in den Börsenkursen bereits enthalten. Eine Reihe von Unternehmen aus dem Wachstumssegment Neuer Markt verkündet ebenfalls seine Bilanzzahlen: Gleich Montag berichten Senator, Constantin Film und Tepla. Constantin hat bereits vorläufige Zahlen vorgelegt, die im Rahmen der Erwartung lägen. Die Constantin-Aktie stuft die DG Bank weiter auf "Kauf" ein, hat sie jedoch aus der Top-15-Empfehlungsliste genommen. Begründet wird der Schritt mit guten Zahlen aus dem ersten Quartal 2000, die nicht ganz erreicht werden. Nun soll eventuellen Enttäuschungen über das Ergebnis vorgebeugt werden.

Das Ergebnis je Aktie dürfte bei Senator nach Einschätzung der Experten mit 0,09 Euro leicht im positiven Bereich liegen. Außerdem stehen noch Easy Software (Dienstag) und Onvista (Mittwoch) auf dem Programm. Für die Constantin-Aktie rückt in die Empfehlungsliste der DG Bank DEAG nach. Wegen des günstigen Kursniveaus prognostizieren die Kapitalmarktexperten ein Kurspotenzial von 35%nbsp;%.

Übernahme der Dresdner Bank auch für Investoren interessant

Bereits am Montag erwarten die Analysten der GZ-Bank weitere Details zur geplanten Bildung eines neuen Allfinanz-Konzerns "Allianz/Dresdner". Für deutsche Investoren dürfte die angekündigte Übernahme besonders wegen der Auswirkungen auf die entsprechenden Kurse von Interesse sein. In der vergangenen Woche bestätigten die Analysten der GZ Bank ihre Kaufempfehlung für die Allianz-Aktie mit "Outperformer".

Wegen der anhaltenden globalen Konjunktursorgen raten die GZ-Banker Privatanlegern zu Aktien aus den weniger konjunkturabhängigen Sektoren wie Konsumgüter, Nahrungsmittel oder Versorger. Im Bereich der nicht-zyklischen Titel favorisieren die Kapitalmarktexperten die Aktie von Nestlé.

Bankenkurse anfällig für Gewinnmitnahmen



Die geplante Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz-Versicherung habe in den letzten Tagen zu deutlichen Kursgewinnen im Bankensektor geführt, sagt Klaus Fröhlich, Anlagestratege bei der Deutschen Bank zu Handelsblatt.com. "Sollte die Übernahme durchgeführt werden, dürften die Bankenkurse in der nächsten Woche steigen," sagt der Analyst. Er erwartet, dass der Zusammenschluss der Unternehmen gelingt. Allerdings seien die Aktienkurse von Dresdner Bank und Allianz in den letzten Tagen "heiß gelaufen". Der Experte rechnet in der kommenden Woche mit Gewinnmitnahmen.

Fröhlich hebt die Hypo-Vereinsbank als Tipp für den Anleger hervor. Durch den Zusammenschluss mit der Münchener Rückversicherung entstehe die zweite große Allfinanzgruppe in Deutschland. Positiv bei der Hypo-Vereinsbank sieht Fröhlich die Integration der Bank of Austria und den Zusammenschluss der Immobilientöchter, die Kosteneinsparungen mit sich brächten. Die Deutsche Bank stuft das Papier daher als "attraktiv" ein - besonders für eine langfristige Anlage.

Ihre Meinung zur Lage auf dem Parkett? Mailen Sie uns: r.schweins@vhb.de

Strategische Anlageempfehlungen für die Dax-30-Aktien haben wir in dieser Woche von Merck Finck & Co. zusammengestellt.

Merck Finck & Co.

Company

 

Gewinn je Aktie01

Gewinn je Aktie02

Empfehlung

Datum Empfehlung

Adidas-Salomon

4,60

5,29

Halten

12.03.2001

Allianz

6,10

6,70

Kaufen

13.12.2000

BASF

3,35

3,70

Halten

12.12.2000

Bayer

3,00

3,40

Kaufen

22.04.1999

BMW

1,80

1,90

Kaufen

15.03.2000

Hypo-Vereinsbank

2,98

3,35

Kaufen

17.11.1999

Commerzbank

1,70

2,10

Halten

30.07.1999

Daimler-Chrysler

0,70

2,49

Halten

01.03.2001

Deutsche Bank

5,35

6,10

Halten

07.08.2000

Degussa-Hüls

3,10

3,35

Halten

08.12.1999

Dresdner Bank

1,60

2,50

Kaufen

12.11.1999

Deutsche Telekom

0,37

0,44

Halten

25.07.2000

Eon

3,12

3,37

Kaufen

10.10.2000

Fresenius Medical Care

2,83

3,30

Kaufen

10.03.2000

Henkel Vz.

3,40

3,60

Halten

31.08.1999

Infineon

0,56

1,76

Halten

03.07.2000

Karstadt-Quelle

2,29

2,75

Verkaufen

30.01.2001

Lufthansa

2,30

2,60

Kaufen

05.05.2000

Linde

2,90

3,30

Halten

25.08.1999

MAN

2,55

2,90

Halten

18.10.2000

Metro

1,45

1,73

Halten

24.08.2000

Epcos

4,03

3,64

Kaufen

02.02.2001

Münchener Rück.

8,47

9,66

Halten

02.02.2000

Preussag

2,05

2,03

Halten

31.08.2000

RWE

1,82

2,02

Kaufen

25.09.2000

SAP Vz.

2,90

3,90

Kaufen

10.01.2000

Schering

1,95

2,15

Kaufen

26.11.1999

Siemens

5,00

6,00

Halten

09.11.2000

Thyssen-Krupp

1,03

1,33

Kaufen

26.02.2001

Volkswagen

4,85

5,30

Kaufen

30.10.2000

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