Test mit neuer Prothese
Künstliche Hand soll den Tastsinn zurückbringen

Wissenschaftler am Forschungszentrum Karlsruhe haben eine künstliche Hand entwickelt, die leichter ist als gängige Modelle und mehr Funktionen beherrschen soll.

 

Die Prothese muss sich nun bei Tests bewähren - bevor sie in zwei bis drei Jahren als Serienprodukt auf den Markt kommen kann. Vor wenigen Tagen hat in der Heidelberger Universitätsklinik der erste Patient die neue künstliche Hand bekommen.

Die Prothese ist nach Angaben ihrer Entwickler in der Lage, fünf verschiedene Handbewegungen auszuführen: Sie kann beispielsweise kleine Gegenstände wie Batterien greifen, aber auch flache Dinge wie Kreditkarten aufheben. Andere Prothesen verfügen dagegen nur über eine Art zu greifen, heißt es in der Mitteilung des Forschungszentrums.

Die künstliche Hand arbeitet mit einer neuen Technologie, der Mikro-Fluidaktorik, die Wissenschaftler um Stefan Schulz im Institut für Angewandte Informatik des Forschungszentrums Karlsruhe entwickelt haben. Sie setzt sich aus einzelnen Funktionselementen zusammen. Diese bestehen aus einer Kammer, die über einen Steuerkanal mit Flüssigkeit befüllt wird - und damit quasi hydraulisch arbeitet. Die Kammer verformt sich beim Befüllen und erzeugt dabei eine mechanische Bewegung. "Die Handprothese ist aus vielen solcher Kammern aufgebaut, um ein umfassendes Bewegungsspektrum zu ermöglichen", erläutert Schulz. Dazu wurden miniaturisierte Ventile, Sensoren und eine Druckerzeugungseinheit eingebaut. Sensoren am Armansatz der künstlichen Hand nehmen Muskelbewegungen aus dem Armstumpf auf, die über eine Mikroprozessor-Steuerung bestimmte Griffmuster einleiten. Inzwischen arbeiten die Forscher bereits an dem Nachfolgemodell, das sich mit einer lernfähigen Elektronik auf die Gewohnheiten des Trägers einstellen soll, sagt Schulz. "Mit Hilfe einer zusätzlichen Feed-Back-Funktion soll der Patient außerdem über eine Art Tastsinn verfügen."

Quelle: Handelsblatt

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