Test wohl ein Teil des Wintermanövers: Raketentest Nordkoreas sorgt für Spannungen

Test wohl ein Teil des Wintermanövers
Raketentest Nordkoreas sorgt für Spannungen

Wenige Stunden vor der Amtseinführung des neuen südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun hat Nordkorea mit einem Raketentest für neue Spannungen im innerkoreanischen Verhältnis gesorgt.

rtr/dpa SEOUL. Das kommunistische Nordkorea hatte die Rakete nach Angaben Südkoreas am Montag im Japanischen Meer östlich der koreanischen Halbinsel getestet. Angaben über den Typ und die Reichweite des Geschosses machte das Verteidigungsministerium in Seoul am Dienstag nicht. Der Raketentest wird von den USA und Japan nicht dramatisiert. US-Außenminister Colin Powell sagte in Seoul, der Test sei "nicht überraschend" gekommen und sei "harmlos". Es handele sich offenbar um ein Geschoss von geringer Reichweite. Das US-Außenministerium erklärte, es habe sich offenbar um einen Anti-Schiffs-Marschflugkörper gehandelt. Der Test sei wohl Teil eines Wintermanövers der nordkoreanischen Armee. Am Rande des Treffens der blockfreien Staaten in Kuala Lumpur verlautete aus der nordkoreanischen Delegation, der Test habe Sicherheitszwecken gedient.

Japan sieht für den Fall, dass es sich bei dem von Nordkorea abgefeuerten Projektil tatsächlich um eine Anti- Schiffsrakete handelt, keine Verletzung einer bilateralen Vereinbarung zum Raketentest-Stopp. Eine im September vereinbarte Deklaration beziehe sich lediglich auf "ballistische Raketen", sagte die japanische Außenministerin Yoriko Kawaguchi am Dienstag.

Nordkorea hatte im August 1998 mit dem überraschenden Test einer Langstreckenrakete in Japan, Südkorea sowie bei anderen asiatischen Nachbarn Sorge über seine militärischen Absichten ausgelöst. Vergangene Woche war ein nordkoreanisches Kampfflugzeug vom Typ MiG-19 in den südkoreanischen Luftraum eingedrungen und hatte damit für neue Spannungen im Verhältnis beider Staaten geführt.

Der russische Vizeaußenminister Alexander Losjukow sagte, der neue Raketentest komme nicht überraschend. Auch vermute er dahinter keine provokativen Absichten der kommunistischen Führung in Pjöngjang. Die USA werfen Nordkorea vor, heimlich an einem Atomprogramm zu arbeiten. Im Streit darüber haben die USA Hilfslieferungen an den kommunistischen Staat gestoppt.

Nordkorea hat seinerseits den Atomwaffensperrvertrag gekündigt. Nordkorea verlangt Direktverhandlungen mit den USA, um den Streit um das Atomprogramm friedlich beizulegen. Südkoreas neuer Präsident nannte das vermutete nordkoreanische Atomprogramm bei seiner Amtseinführung eine schwerwiegende Bedrohung für den Weltfrieden. Der kommunistische Nachbar müsse sich entscheiden, ob er Atomwaffen haben oder internationale Wirtschaftshilfe erhalten wolle, sagte Roh. Nordkorea und der enge US-Verbündete Südkorea haben seit dem Ende des Koreakrieges (1950/1953) bis zum heutigen Tag keinen Friedensvertrag abgeschlossen.

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