Testlauf für Buchclub
Bertelsmann will in Japan einsteigen

Der Medienkonzern Bertelsmann steigt in den japanischen Buchmarkt ein. Die Gütersloher kooperieren mit den japanischen Medienunternehmen Kadokawa Shoten und Sony Magazine Inc. und bieten Bücher, die älter als ein Jahr sind, per Versandhandel unter dem üblichen Ladenpreis an.

bas/hps DÜSSELDORF/TOKIO. Es handle sich nur um einen Testlauf, betonte ein Sprecher der Bertelsmann Direct Group. Ob der Testlauf in ein langfristiges Joint Venture münden werde, sei noch nicht entschieden. Die 20 Bücher, die das Gemeinschaftsunternehmen Book Club Co. ab Dienstag offeriert, stammen von verschiedenen Verlagen, unter anderen von Sony und Kadokawa Shoten. Bertelsmann hält seit Juli 2000 rund 3 % an Kadokawa Shoten.

Kommt es langfristig zu dem geplanten Joint Venture, wäre dies der erste große Anbieter von Billigbüchern in Japan. Dort garantiert eine lange Vertragskette zwischen Verlag, Großhändlern und Buchläden bisher eine De-facto-Buchpreisbindung. Mit dem Buchclub will Bertelsmann vor allem Senioren und Hausfrauen in ländlicheren Gebieten erreichen, die keinen Buchladen um die Ecke haben. Das neue Unternehmen kommt Japans Verlagshäusern gerade zur rechten Zeit, bietet es ihnen doch die Gelegenheit, ihre umfangreichen Läger zu leeren.

Wie Japans Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet, will Bertelsmann innerhalb von vier Jahren eine Million Mitglieder gewinnen. Die rund 100 Verlage sollen Restbestände von älteren Büchern liefern, die das Joint Venture dann für 50 bis 70 % des Ursprungspreises verkaufen will. Die rund 1 000 verschiedenen Buchtitel sollen in vier Jahren 30 Mrd. Yen (350 Mill. Euro) umsetzen. Wie in den deutschen Bertelsmann-Buchclubs müssen die Mitglieder alle drei Monate mindestens eine Publikation aus den kostenlosen Katalogen bestellen. Das Porto beträgt 250 Yen. Bertelsmann wollte gestern weder die Zahlen noch die Ziele kommentieren.

Die Bertelsmann Direct Group mit einem Jahresumsatz von 3,8 Mrd. Euro muss in die Offensive gehen, denn die Konzerntochter schreibt rote Zahlen. Bertelsmann-Vorstand Klaus Eierhoff, der angesichts der Börsenpläne von Konzernchef Thomas Middelhoff unter Druck geraten ist, will bis Ende des Jahres 17 der weltweit 19 Buchclubs mit operativen Gewinnen präsentieren.

Quelle: Handelsblatt

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