Tests fast abgeschlossen: Boeings Internet-System für Flugzeuge geht in Serie

Tests fast abgeschlossen
Boeings Internet-System für Flugzeuge geht in Serie

Der US-amerikanische Flugzeugbauer Boeing hat den Test seines Systems für den Internetzugang in Flugzeugen fast abgeschlossen. In den kommenden Monaten soll die neue Technik in Serie gehen, sagte Projektleiter Stan Deal in London. Mit Lufthansa, British Airways, SAS und Japan Airlines wollen nach Boeing-Angaben bisher vier Fluggesellschaften ab Anfang 2004 Langstrecken-Reisenden den Breitbandzugang zum Internet anbieten. Dazu brauchen sie lediglich einen tragbaren Computer mit integrierter Funknetzwerkkarte.

LONDON. Seit Mitte Januar testet Boeing das Online-System auf Transatlantikflügen von Lufthansa und British Airways. Anfängliche Probleme mit den Antennen auf dem Dach der Flugzeuge seien inzwischen gelöst, sagte der Boeing-Vertreter. Mit der Übergabe des Funksignals an die Satelliten während des Fluges habe es wider Erwarten kaum Schwierigkeiten gegeben. Die Reaktionen der Nutzer seien positiv. "Über 90 Prozent der Befragten wollen den Service wieder nutzen", sagte Deal.

Die Lufthansa will ihre gesamte Langstreckenflotte mit der neuen Technik ausrüsten, bestätigte ein Sprecher der Fluggesellschaft. Dabei handelt es sich um knapp 80 Flugzeuge der Baureihen Boeing 747-400 und Airbus 340 sowie 330. Gemeinsam mit dem Inhalteanbieter Tomorrow-Focus hat Lufthansa eine Portalseite für die Fluggäste eingerichtet. Neben Informationen über den Flug und den Zielort will die Airline die Seite nutzen, um den Kundenkontakt zu stärken.

Lufthansa wird im Frühjahr 2004 voraussichtlich die erste Fluggesellschaft sein, die das neue Internet-System serienmäßig einsetzt, sagte Deal. Die übrigen Gesellschaften folgten wenige Wochen später. Das System soll zunächst nur auf der Nordhalbkugel verfügbar sein, ab Anfang 2005 auch auf der Südhalbkugel. Lufthansa wolle sein Kabinenpersonal schulen, um bei technischen Schwierigkeiten helfen zu können, sagte der Sprecher.

Boeing möchte den Fluggesellschaften nicht nur die Technik verkaufen, die in den Flugzeugen installiert wird. Der Flugzeugbauer wird das Internet- System auch selbst betreiben. Dazu richtet Boeing zunächst vier Bodenstationen ein, die eine Verbindung zwischen den Satelliten und einem Internet-Anbieter herstellen. Auch die Abrechnung der Gebühren wird bei Boeing liegen. Die Fluggäste sollen direkt an den Betreiber und nicht an die Fluggesellschaft zahlen. Über den Preis haben sich die Parteien noch nicht verständigt. Boeing spricht von 25 $ pro Flug, Lufthansa von 30 bis 35 Euro.

Mit dem Internetzugang wollen die Fluggesellschaften für Geschäftsreisende attraktiver werden. Jeder Zweite von ihnen hat großes Interesse an der Nutzung der neuen Technik, wie eine Studie ergab. Rund 60 Prozent der Interessierten wären demnach bereit, über 20 $ pro Flug für den Internetzugang zu bezahlen.

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