Teufel für bessere Koordination
Union will Streit um ihre Führung begraben

ap STUTTGART/BERLIN. Die Union will den Streit um die Doppelspitze und die Kanzlerkandidatur bei der CDU begraben. Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel forderte am Dienstag in Stuttgart seine Partei zum Abschluss der Debatte auf. Allerdings verlangte er bessere Koordination. Der CDU-Landeschef von Schleswig-Holstein, Johann Wadephul, sagte, die Geduld der Basis sei am Ende. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel erklärte, Meinungsverschiedenheiten seien von außen hochstilisiert worden.

Teufel, der am Wochenende mit harscher Kritik an der Parteispitze bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, empfahl seiner Partei, an der Doppelspitze mit Angela Merkel und Friedrich Merz festzuhalten. Es sei "genauso irrsinnig und schädlich" wie die Diskussion über die Kanzlerkandidatur, zur Unzeit über Ämterverteilung zu reden. In seine Forderung nach einer besseren Abstimmung bezog er ausdrücklich den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber ein. Er sagte: "Täglich, ich betone täglich, ist die Abstimmung machbar nach der Erfindung des Telefons." Seine Kritik nannte er einen "notwendigen Zwischenruf". In den vergangenen Wochen habe er Fragen nach dem Zustand der Parteiführung heruntergespielt. Er fügte hinzu: "Aber irgendwann muss man sagen, jetzt hört's auf."

Kritik an Müller

Wadephul sagte im Norddeutschen Rundfunk, er könne nur ein Ende der Streitereien fordern. Das sei auch die Stimmung an der Basis. "Die Menschen auf der Straße interessiert das zum heutigen Zeitpunkt wirklich einen feuchten Kehricht, wer Kanzlerkandidat wird," sagte er.

Unterdessen geriet der saarländische Ministerpräsident Peter Müller in die Kritik, weil er die Doppelspitze zur Disposition gestellt hatte. Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Hintze hielt Müller im Saarländischen Rundfunk vor, "an der Doppelspitze herumzupopeln". Er sagte, die früheren Kritiker von Machkonzentration in einer Hand hätten nun auch etwas an der Doppelspitze auszusetzen. Der Berliner CDU-Generalsekretär Ingo Schmidt sagte im Privatradio F.A.Z. 93,6, Müllers Beitrag sei "nicht sehr hilfreich, weil er unnötigerweise auch Spekulationen" hervorrufe. Gefordert sei jetzt ein fairer und disziplinierter Umgang miteinander.

CSU-Generalsekretär Goppel sagte im InfoRadio Berlin-Brandenburg, der Streit sei ein Ergebnis von Fehlinterpretationen, die von außen in die Partei hineingetragen worden seien. Merz habe sich beispielsweise nicht als Kanzlerkandidat ins Gespräch gebracht, wie es in der Öffentlichkeit geheißen habe. Er habe vielmehr auf die Frage geantwortet, ob er eine Kanzlerkandidatur ausschließe. Interpretationen durch Dritte hätten dazu geführt, dass aus einer Aussage etwas anderes werde. In Sachthemen sei die Union weitgehend einig, sagte Goppel.



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