Teufelskreis: Gesetzlicher Strompreis und gestiegener Strombedarf
Energiekrise hausgemacht

Der Hauptgrund für die Energiekrise in Kalifornien liegt in der Liberalisierung des kalifornischen Strommarktes 1996. Damit begann ein Teufelskreis, der jetzt Millionen Kaliforniern Stromausfälle und den Versorgern fast den Bankrott gebracht hat.

dpa WASHINGTON. Mit dem neuen Gesetz mussten öffentliche Stromlieferanten ihre Kraftwerke abstoßen und Strom auf dem freien Markt kaufen. Die Gesetzgeber versprachen sich davon billigere Strompreise. Doch durch den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung im "Sonnenstaat" wuchs die Nachfrage nach Strom sprunghaft und die Preise schossen in die Höhe.

Gesetzliche Obergrenze für Strompreis

Die Lieferanten stecken in der Klemme: Einerseits müssen sie Strom auf dem freien Markt kaufen. Andererseits sind ihnen durch eine gesetzliche Obergrenze die Hände gebunden, die teuren Preise an die Kunden weiter zu geben. Als Folge klaffen Defizite in Milliardenhöhe in den Kassen der beiden großen Versorger. Stromproduzenten außerhalb des Staates zögern nun, ihnen Strom zu verkaufen. Sie haben Angst, dass ihre Rechnungen nicht bezahlt werden.

Verschärfend kommt hinzu, dass wegen strenger Umweltauflagen in den vergangenen Jahren in Kalifornien keine Kraftwerke mehr gebaut und bestehende nicht ausgelastet wurden. Außerdem hatten einige Kraftwerksbetreiber plötzlich wegen Reparaturen die Maschinen ausgeschaltet. Eine lang anhaltende Trockenheit hat zudem die Wasserkraftwerke fast lahm gelegt.

Der Teufelskreis zieht Kalifornien immer tiefer in die Krise. Nun wird das Gas knapp, da auch Gasproduzenten nicht mehr an die verschuldeten Versorger liefern wollen. Selbst Benzin bleibt aus Strommangel zeitweise in den Pipelines von den Raffinerien zu den Tankstellen stecken.

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