Texas Pacific will bei der Fluggesellschaft einsteigen
US Airways könnte Pleiten-Serie einleiten

Die US-Fluggesellschaft US Airways Group ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen ist die erste große Fluggesellschaft, die nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 den Weg zum Konkursrichter gehen muss. Bereits vor den Anschlägen waren die Passagierzahlen bei US Airways stark zurückgegangen; wegen der anhaltend schwachen Konjunktur sind sie noch weiter gesunken.

NEW YORK. Viele US-Airlines kämpfen derzeit mit der schweren Branchenkrise, Analysten erwarten deshalb bald weitere Pleiten. Vor allem die Nummer zwei des Marktes, United Airlines, ist in großen Schwierigkeiten. Als einzige große US-Fluggesellschaft schreibt der Billiganbieter Southwest Airlines noch schwarze Zahlen.

US Airways war am stärksten von den sinkenden Passagierzahlen getroffen. Das Jahr 2001 hatte die Gesellschaft mit einem Verlust von fast 2 Mrd. $ abgeschlossen. Die Terroranschläge waren dafür nur bedingt verantwortlich. Besserung ist nicht in Sicht: In der ersten Hälfte 2002 sind die Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 % gesunken, die Gesellschaft hat in diesem Jahr erneut Verluste von 517 Mill. $ angehäuft. Das Unternehmen aus Arlington/Virginia sei nur noch ein regionaler Anbieter, allerdings noch immer mit der Kostenstruktur einer internationalen Airline. Das müsse sich ändern, wenn das Unternehmen überleben will, sagen Analysten.

Mit Hilfe des Gläubigerschutzes nach Artikel 11 des US-Konkursrechts soll das gelingen. Der Flugbetrieb wird davon nicht beeinträchtigt. Die Atempause, die die Firma gewonnen hat, soll genutzt werden, um die Kosten zu drücken und die Konkurrenz von Billig-Anbietern auf den Stammrouten an der US-Ostküste zu bekämpfen. Die drei Heimatflughäfen der US Airways liegen zudem sehr nah beieinander, bemängeln Experten. Auch daran soll gearbeitet werden, sagte Konzernchef David Siegel.

Alle US-Fluggesellschaften versuchen derzeit, ihre zu hohen Kosten zu senken. Die Pleite von US Airways wird nach Meinung von Marktbeobachtern auch den Wettbewerbern helfen. Denn diese können jetzt Druck ausüben in Verhandlungen mit Zulieferern, Kreditgebern und Mitarbeitern, deren Verträge noch die hohen Konditionen der Boom-Jahre enthalten. US Airways hat zwar schon einige Kosten drücken können - vergangene Woche hatten die Piloten eine Gehaltskürzung von insgesamt 465 Mill. $ bis zum Jahr 2008 akzeptiert. Doch vor allem die Anleihegläubiger und die Leasinggeber der Flugzeuge saßen der Gesellschaft im Nacken. Jetzt hat der Konkursrichter ein Wort mitzureden bei den Verhandlungen über günstigere Konditionen. Im Konkursantrag hat US Airways Vermögenswerte von 7,81 Mrd. $ und Verbindlichkeiten in Höhe von 7,83 Mrd. $ angegeben. Im Juli wurde dem Unternehmen ein staatlicher Kredit in Höhe von 900 Mill. $ genehmigt. Bedingung: Mitarbeiter, Gläubiger und Leasinggeber müssen zu Konzessionen bereit sein. US Airways will den Gläubigerschutz im ersten Quartal 2003 wieder verlassen.

Der weitere Betrieb ist zunächst gesichert: Ein Kredit über 500 Mill. $ von einer Bankengruppe unter Führung von Credit Suisse First Boston und Bank of America Corp. sei gesichert. 200 Mill. $ an neuem Eigenkapital werde die Investmentfirma Texas Pacific Group beisteuern, wenn der Gläubigerschutz wieder aufgehoben ist. Texas Pacific, die bereits bei anderen Fluggesellschaften - darunter Continental Airlines - beteiligt ist, erhält dafür 38 % an US Airways.

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