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Textilhandel baut fast 20 000 Arbeitsplätze ab - Preise sinken

Die Krise von Karstadt-Quelle AG mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze ist im deutschen Textileinzelhandel nur die Spitze des Eisberges. In der gebeutelten Handelssparte brechen nach Einschätzung des Branchenverbandes BTE im laufenden Jahr insgesamt fast 20 000 Arbeitsplätze weg.

dpa-afx DÜSSELDORF. Die Krise von Karstadt-Quelle AG mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze ist im deutschen Textileinzelhandel nur die Spitze des Eisberges. In der gebeutelten Handelssparte brechen nach Einschätzung des Branchenverbandes BTE im laufenden Jahr insgesamt fast 20 000 Arbeitsplätze weg. Die Zahl der Mitarbeiter werde 2004 um schätzungsweise fünf Prozent sinken, sagte der BTE-Hauptgeschäftsführer Jürgen Dax am Mittwoch in Düsseldorf. Im vergangenen Jahr hatte der Textileinzelhandel noch 389 000 Teilzeit- und Vollzeitmitarbeiter. Ein Ende des Beschäftigungsabbaus sei auch für 2005 nicht in Sicht. Für die deutschen Verbraucher werde die Bekleidung immer billiger.

Die Kaufzurückhaltung und ein Preisverfall ließen die Umsätze weiter schrumpfen. Die Hoffnung auf die langersehnte Belebung hätten sich zerschlagen. Im laufenden Jahr liege der rund 40 000 Unternehmen zählende Textileinzelhandel bis Ende Oktober um zwei bis drei Prozent unter dem Umsatzniveau des Vorjahres. "Damit folgt Minus auf Minus", sagte Verbandspräsident Klaus Magnus. Weitere 2 500 Unternehmen würden durch Pleiten, Geschäftsaufgabe oder Verkauf 2004 vom Markt verschwinden. Nicht einmal jeder fünfte Textilhändler erwarte 2004 ein Umsatzplus in seinen Kassen. Derzeit weise mehr als jeder zweite Textilhändler Umsatz- und Gewinnrückgänge gegenüber dem Vorjahr aus. "Ein Beispiel für viele ist die dramatische Situation bei Karstadt", meinte Magnus.

Für das kommende Jahr erwartet der BTE keinen kräftigen Aufschwung der Gesamtbranche. Der gestiegene Ölpreis entziehe den Haushalten Kaufkraft und die Angst vor Arbeitslosigkeit drücke auf den Konsum. "Wenn 2005 kein weiteres Minusjahr wird, sind wir sehr glücklich", schilderte Magnus. Dies wäre das zwölfte Jahr in Folge ohne Wachstum. Fast jeder dritte Händler habe schon Stellen gestrichen. Ebenso viele planten dies 2005. Lebensmittel-Discounter und andere Branchenfremde machten dem Textilfachhandel zunehmend Konkurrenz. Aldi, Edeka und Tchibo befänden sich bereits jetzt unter den zehn größten deutschen Textilhändlern. Branchenführer bei Textilien ist Karstadt-Quelle.

Im Textileinzelhandel würden die unteren Preislagen bereits seit längerem ausgebaut. Außerdem sinke der Durchschnittspreis je Artikel. Durch den Wegfall von Importquoten könnten die Preise mittelfristig weiter um drei bis fünf Prozent sinken, meinte Hauptgeschäftsführer Dax.

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