Thailand, Indonesien und Malaysia deutlich höher gewichtet
Porträt: Gewinnmitnahmen in Korea

Im jüngsten, Anfang Juli 1999 startenden Drei-Jahres-Vergleich kommt der auf Aktien aus Südostasien spezialisierte UniEM Fernost-Fonds der Union Investment alles andere als gut weg. Startet der Vergleich sechs Monat früher, sieht die Sache allerdings anders aus.

Im jüngsten, Anfang Juli 1999 startenden Drei-Jahres-Vergleich sieht der auf Aktien aus Südostasien spezialisierte UniEM Fernost-Fonds der Union Investment mit einem Minus von 27,21 &% alles andere als gut aus, von insgesamt 85 Konkurrenten schnitten nur neun schlechter ab. Startet der Vergleich allerdings sechs Monate früher, liegt der UniEM Fernost mit einem Plus von 69,95 &auf Rang zehn, und auf die einzelnen Kalenderjahre heruntergebrochen lieferte er 1998 ebenso weit über dem Durchschnitt liegende Ergebnisse wie 1999, 2001 und im ersten Halbjahr 2002.

Hintergrund: Im Mittelpunkt der Anlagepolitik stehen Unternehmen aus "Emerging Asia". Das bedeutet: Australien und Singapur spielen anders als bei vielen anderen Südostasien-Fonds keine Rolle, Thailand, Indonesien und Malaysia sind deutlich höher gewichtet.

Eine Ausrichtung, an der auch Cong Zheng nichts ändern will. Der ehemalige dit-Manager, der den UniEM Fernost seit Anfang August 2001 zusammen mit Monika Friedl führt: "Manchmal schneiden wir damit im Konkurrenz-Vergleich besser ab, manchmal schlechter." So schlecht wie im Kalenderjahr 2000, als die für die Underperformance maßgeblich verantwortliche Übergewichtung thailändischer und indonesischer Aktien über Monate hinweg praktisch unverändert blieb, sollen die Käufer jedoch künftig nicht mehr bedient werden. Verändern sich in einem Land die Rahmenbedingungen, geht der in Shanghai geborene Volkswirtschaftler schnell auf Distanz.

Beispiel Korea: Als die Börse in Seoul Ende März heiß lief und die Zentralbank anschließend die Leitzinsen erhöhte, reduzierte er den Anteil koreanischer Aktien kurzerhand von 33 auf weniger als 25 %. "Die koreanische Wirtschaft boomt, und angesichts kräftiger Gewinnsteigerungen sind viele Aktien immer noch billig", räumt Zheng dem Markt zwar bis Jahresende durchaus gute Chancen ein. Kurzfristig aber bleibe die Lage wegen der Unsicherheit an der Wall Street und einer bevorstehenden zweiten Zinserhöhung angespannt. Einen Teil der bei Samsung & Co realisierten Gewinne hat der Union-Manager in den vergangenen Wochen in Shenzhen und Shanghai investiert: "Die chinesische Regierung, die fast 75 % der dort notierten B-Aktien kontrolliert, hat ihre Pläne aufgegeben, durch deren Verkauf die Reform der Rentenversicherung zu finanzieren. Gleichzeitig wurden die Bedingungen für Neuemissionen verschärft." Beide Maßnahmen sorgten in der vergangenen Woche für kräftige Kursgewinne und könnten Zheng zufolge dem seit Herbst mehr oder weniger seitwärts tendierenden Markt endlich wieder Auftrieb geben.

Noch deutlicher als Cong Zheng fuhr in den vergangenen zwei Monaten Newton-Manager Ezra Sun den Korea-Anteil des Newton Oriental zurück: von 35 auf aktuell 15 %. Aktien aus Taiwan sind statt mit 20 % wie im April nur noch mit 13 % vertreten. "Beide Märkte dürften es kaum schaffen, sich von den negativen Vorgaben aus den USA abzukoppeln", erwartet der von London aus operierende Asien-Experte zunächst eine Fortsetzung der jüngsten Korrekturen, insbesondere bei Technologie-Titeln wie Chartered Semiconductors oder United Micro Electronics. Aufgestockt hat Sun dagegen indonesische, malaysische und thailändische Firmen, die wie Advanced Info Service, Bangkok Bank oder Shin Corporation von einer anziehenden Binnenkonjunktur profitieren sollen. Parallel dazu stieg auch der Anteil australischer Aktien, und zwar von drei Prozent Ende April auf aktuell 16 %.

Fundamental schätzt allerdings auch Sun die Situation in Korea und Taiwan ähnlich positiv ein wie Union-Manager Cong Zheng. Sobald die größte Unsicherheit an der Wall Street vorbei ist, rechnet er deshalb mit einer abrupten Gegenbewegung nach oben - ähnlich wie im Herbst 2001, als sich viele Kurse innerhalb von nur drei Monaten verdoppelten: "Die Chance, dass der Kospi-Index am Jahresende deutlich höher notiert als heute, ist durchaus realistisch."

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