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Thales mit prallen Auftragsbüchern in Rüstungsbranche-Neuordnung

Der französische Elektronikspezialist Thales SA geht mit prallen Auftragsbüchern in die erwartete Neuordnung der europäischen Rüstungsindustrie.

dpa-afx PARIS. Der französische Elektronikspezialist Thales SA geht mit prallen Auftragsbüchern in die erwartete Neuordnung der europäischen Rüstungsindustrie. Nach einem exzellenten Jahr 2004 habe man für 2005 bis 2007 "solide Wachstumsperspektiven", sagte der Chef von Thales International, Jean-Paul Perrier, am Mittwoch in Paris.

Der Konzern habe dank Übernahmen und Beteiligungen in Ländern wie Großbritannien und Korea (Samsung Defense) "guten Zugang zu guten Märkten". Aus Indien erhoffe Thales einen Milliardenauftrag für U-Boote, aus Saudi-Arabien Aufträge zur Grenzsicherung im Wert von hunderten Mill. Dollar. Perrier bestätigte Überlegungen für Fusionen mit anderen Konzernen. "Man muss eine europäische Verteidigungsindustrie schaffen, weil immer mehr Gemeinschaftsprojekte geschaffen werden", sagte er. Welche Variante Thales befürworte, wollte er aber nicht sagen. Man prüfe horizontale Fusionen (mit anderen Elektronikanbietern) ebenso wie vertikale Lösungen und beachte dabei die Dualität vieler Produkte (ihren zivilen wie militärischen Nutzen). Zu französischen Überlegungen, Thales mit dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS zu verschmelzen, wollte Perrier nichts sagen.

Entwicklungskooperation MIT Suchoj

Als jüngsten Erfolg gab Thales am Mittwoch eine Vereinbarung mit dem russischen Flugzeugbauer Suchoj über die Lieferung von Avioniksystemen für das geplante Regionalflugzeug RRJ (60 bis 95 Sitze) bekannt. "Das ist das erste Mal, dass ein russischer Flugzeugbauer eine so bedeutsame internationale Kooperation zur Entwicklung eines Verkehrsflugzeugs eingeht", erklärte Suchoj-Generaldirektor Michail Pogosian. Thales liefert bereits Avionik für Suchoj-Kampfflugzeuge an Drittkunden wie Malaysia.

2004 hatte Thales überdurchschnittlich reiche Bestellungen eingefahren. Darunter waren Generalaufträge für 25 Fregatten (Fremm) für Frankreich und Italien im Wert von zwei Mrd. Euro, für die britische taktische Drohne Watchkeeper (1,2 Mrd) und die französische Bodenstation Syracuse (1,3 Mrd). Dazu kamen Aufträge zur Systemintegration für 59 Rafale-Kampfflugzeuge (eine Milliarde Euro), Shoha-Raketen für Saudi-Arabien (340 Mio) und griechische Fregatten (248 Mio), aber auch Bestellungen von Flugmanagement für die Airbus A400m (215 Mio) und die Ausrüstung von Verkehrsflugzeugen mit Video-Unterhaltung (300 Mio).

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