"The New York Sun" hat vor allem die konservativen Leser im Visier
New York hat eine neue Zeitung

Eine neue Zeitung traut sich nach New York. Seit knapp einer Woche liegt in den Kiosken der Stadt die "New York Sun" aus, die Wiederauflage der 1833 gegründeten und 1950 eingestellten Zeitung. Sie ist noch heute dafür bekannt, dass sie vor mehr als hundert Jahren die Existenz des Weihnachtsmanns gegenüber einer 8-jährigen Leserin bestätigt hat.

NEW YORK. Bisher ist der New Yorker Zeitungsmarkt vor allem von den zwei Boulevard-Blättern Daily News und New York Post sowie der moderaten New York Times bestimmt. Das Wall Street Journal gilt als überregionale Zeitung und prägt ebenfalls das Bild in U-Bahnen und Pendlerzügen.

Vom Wall Street Journal kommt auch der Herausgeber der New York Sun, Seth Lipsky, der bereits Erfahrung als Chefredakteur bei der jüdischen Zeitung Forward gesammelt hat. Er will eine Zeitung schaffen, die sich auf New York konzentriert, wirtschaftsliberal ist und die konservative Klientel bedient. Diese Leser finden sich nach Lipskys Ansicht in den Zeitungen der Stadt bisher nicht wieder.

Die Titelseite der ersten Ausgabe schmückte neben Interviews mit Lech Walesa und dem Bürgermeister Bloomberg auch ein Artikel über die Notwendigkeit, Saddam Hussein im Irak abzulösen. Auch die Werbekunden hoffen auf konservative Leser: Auf Seite 13 der 18 Seiten gratuliert die New York State Pistol and Rifle Association, die lokale Waffenlobby, zur Wiederauflage der Sun.

Hinter der Zeitung steht neben prominenten reichen New Yorkern der kanadische Verleger Conrad Black, der Zeitungen in Kanada, im amerikanischen Mittleren Westen, in Großbritannien und Israel besitzt. Der Auftritt in New York kommt nicht völlig überraschend. Black hatte schon zuvor ohne Erfolg versucht, die Daily News und die Wochenzeitung Observer zu kaufen. Die neue Sun erscheint in einer Auflage von 60 000 Exemplaren zum Preis von 50 Cent.

Eine neue Zeitung zu starten ist mutig. Aber die Daten zum New Yorker Zeitungsmarkt bieten Grund zum Optimismus: Seit dem 11. September ist das Interesse an Zeitungen gestiegen. In den sechs Monaten nach dem 11. September konnten alle Zeitungen der Stadt ihre Auflage deutlich verbessern.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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