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The spirit is back!

In den Adern der Börsianer pocht das Blut wieder. Die Zinssenkung der US-Notenbank sorgte an der Wal Street für Kursexplosionen. Nach einem ohnehin guten Handelsstart konnte der Nasdaq Index nach Bekanntgabe der erfreulichen Nachricht zwischenzeitlich über zehn Prozent an Wert zulegen. Der Dow Jones Index schoss wenige Minuten nach der Zinssenkung über 300 Punkte ins Plus.

Zum Handelsschluss verabschiedete sich der Index der 30 Standardwerte mit einem Plus von fast vier Prozent aus dem Handel und verzeichnete den drittgrößten Punktgewinn seiner Geschichte. Das Börsenbarometer der High-Tech-Werte schloss mit einem Gewinn von 8,1 Prozent und verbucht den drittgrößten Prozentgewinn seit seinem Bestehen.

Auch die Analystenwelt zeigt sich zufrieden. Die Experten der Credit Suisse zeigen sich äußert optimistisch und rechnet für Mitte Mai sogar mit einer erneuten Senkung der Zinsen um 50 Basispunkte. Christine Callies, die US-Investment Strategin von Merrill Lynch, hat nach der Zinsentscheidung die Gewichtung von Aktien in den Musterportfolios von 65 auf 70 Prozent angehoben und die Gewichtung von Anleihen dementsprechend auf 25 Prozent reduziert. Callies sieht den S&P 500 Index in den nächsten zwölf Monaten bei 1.570 Punkten. Vor Börseneröffnung hatte auch Abby Cohen von Goldman Sachs den Aktienmarkt als unterbewertet bezeichnet. Obwohl die Strategin die Gewinnaussichten reduziert hat, sieht sie den Dow Jones Index zum Jahresende bei 12.500 Punkten und den S&P 500 Index bei 1.550 Punkten.

Alan Greenspan hatte mit der überraschenden Zinssenkung am Mittwoch Jubelstürme an der Wall Street ausgelöst. Die Notenbank-Chef senkte zum vierten Mal in diesem Jahr die US-Leitzinsen. Anleger hatten frühestens auf der kommenden Notenbanksitzung am 15. Mai mit einer Zinssenkung gerechnet. Die Fed begründete den spontanen Schritt mit der nach wie vor bestehenden Rezessionsgefahr, der rückläufigen Investitionsentwicklung und der unsicheren Konjunkturentwicklung.

Nach Bekanntgabe der guten Nachricht konnten an der Nasdaq vor allem Technolgiewerte zulegen. Intel, Microsoft und Qualcomm trieben den Nasdaq Index in die Höhe. In den vergangenen zehn Handelstagen konnte der Nasdaq nun fast 30 Prozent an Wert gewinnen.

An der Wall Street notierte vor allem der Finanzsektor stärker, während der Pharmasektor die Verliererseite anführt. Nachdem der Finanzsektor bereits zu Handelsbeginn von den positiven Quartalszahlen des Bankhauses J.P. Morgen Chase profitiert hatte, ging es für den Sektor nach der Zinssenkung weiter bergauf. Die Citigroup, Bank of America, J.P. Morgan Chase, Goldman Sachs und Lehman Brothers notieren deutlich im Plus. Morgan Stanley Dean Witter konnte sogar über 15 Prozent zulegen.

Der Chipsektor zeigte sich zur Wochenmitte von seiner positiven Seite. Intel und Texas Instruments trieben den Sektor in die Höhe, nachdem beide Unternehmen einen Gewinn gemeldet hatten, der ein bis zwei Cents über den Konsensschätzungen lag. Intel legte in den vergangenen fünf Handelstagen rund 28 Prozent an Wert zu. Der Index der Chipindustrie legte über 17 Prozent zu.

Auch Hewlett-Packard freute sich trotz Gewinnwarnung über Kursgewinne. Der Computerkonzern warnte die Investoren am Morgen vor enttäuschenden Quartalszahlen. Um Kosten zu sparen plant das Unternehmen nun 3000 Stellen zu streichen. Kollege IBM freute Anleger dagegen mit guten Ergebnissen. Big Blue konnte den Gewinn um 15 Prozent steigern. Der Umsatz legte um 8,8 Prozent zu.

General Motors legte trotz schlechter Nachrichten ebenfalls an Wert zu. Der Konzern musste zwar einen Gewinnrückgang hinnehmen, konnte die Analystenerwartungen jedoch schlagen.

Nur der Pharmasektor hatte am Mittwoch wenig zu lachen. Trotz Pfizers guter Quartalszahlen notierte der Sektor im Minus. Die Anleger schichten ihr Geld heute von den relativ sicheren Pharmawerten in den Technologiesektor um. Die Aktien von Pfizer, Merck, Bristol-Myers Squibb und Eli Lilly büßten anPunkten ein.

Doch nicht nur der Pharmatitel sondern auch andere defensive Werte waren bei den Anlegern am Mittwoch weniger beliebt. Auch Johnson & Johnson und American Home Products verbilligten sich.

/bl/wsc

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