The Week Ahead
Senken oder nicht? Schwören oder nicht?

Was macht die Fed? - Das ist die große Frage, die den Handel gleich zu Beginn der Woche dominieren dürfte. Am Dienstag tagt der Offenmarktausschuss in Washington, und die Spekulationen der Marktexperten gehen mittlerweile weit auseinander.

Noch am Donnerstag hatte eine Umfrage des US-Börsensenders CNBC ergeben, dass etwa zwei Drittel der Marktstrategen mit einer Zinssenkung rechneten. Am Freitag wollte man davon beim Börsendienst Briefing.com aber nichts mehr wissen: Die Mehrheit der Händler sei "längst nicht mehr so sicher, was die Entscheidung der Fed angehe", hieß es. In die Futures war zum Wochenende eine Wahrscheinlichkeit von unter 25 % eingepreist, dass die Notenbanker den Leitsatz um 25 Basispunkte senken würden.

Auch das Wall Street Journal eine Zinssenkung für "unwahrscheinlich", man erwartet lediglich einen vorsichtigeren Kommentar, der auf die nunmehr zahlreicheren Risiken für die US-Märkte hinweise. Anderer Meinung ist man bei Morgan Stanley: Die Analysten rechnen mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte im August oder spätestens im September.

Von der Entscheidung der Fed und dem begleitenden Kommentar dürfte in dieser Woche viel abhängen. Anleger werden aus der Zinspolitik der Notenbank ihre eigenen Schlüsse darauf ziehen, ob mit einer W-förmigen Erholung zu rechnen sei, ob die Märkte einen erreicht haben oder weiter fallen werden.

Und doch ist der Dienstag mit der Fed nicht der einzige Schlüsseltag in der kommenden Woche. Am Mittwoch läuft die Deadline ab, nach der die Vorstandsvorsitzenden der tausend größten US-Unternehmen auf ihre Bilanzen schwören müssen. Einige wenige Unternehmen haben das bereits getan, doch wie viele ihnen zunächst folgen ist unklar. Auch sind sich Experten nicht einig, inwieweit die neuen Richtlinien der SEC überhaupt durchsetzbar und effektiv sind. Nur eines ist sicher: Die von Präsident Bush und der Börsenaufsicht durchgepeitschte Aktion soll neues Vertrauen in einen Markt bringen, der nach den Skandalen um Enron, WorldCom, Tyco, Qwest und andere in der schwersten Krise seiner Geschichte steckt.

Weitere Schlüsse auf den Zustand der US-Konjunktur dürften Anleger im Laufe der Woche aus den Zahlen zum Verbrauchervertrauen, zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung sowie zum Einzelhandel ziehen. Von Seiten des Einzelhandels werden indes nicht nur Verkaufsdaten gemeldet, eine Reihe größerer Ketten, darunter der Dow-notierte Marktführer Wal-Mart und Unternehmen wie Tiffany, Target, JC Penney und Ann Taylor werden Quartalsergebnisse veröffentlichen.

© Wall Street Correspondents, Inc.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%