The Week Ahead
Starker Montag, schwache Woche?

Mitte vergangener Woche hatten vor allem die Fondmanager eine kleine Rallye angezettelt, um rechtzeitig zum Quartalsende noch einmal die Kurse hoch zu treiben. Eine ganze Reihe von Umsatz- und Gewinnwarnungen hatte ihnen dann am Freitag einen Strich durch die Rechnung und die Gewinne zunichte gemacht. So weisen die Märkte zum Ende des Oktoberquartals ein Minus von satten 15 % auf - damit will kein Geldverwalter vor seine Anleger treten.

wsc NEW YORK. Was heißt das für die nächste Woche? - Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte die Wall Street am Montag noch einmal eine Rallye sehen, wenn die Fondmanager den letzten Handelstag der Drei-Monats-Periode noch einmal nutzen. Vielleicht lassen sich die Portfolios doch noch ein wenig schmücken.

Da eine Rallye auf der bloßen Basis des "window dressing" nichts mit fundamentalen Gründen zu tun hat, dürfte der Markt bereits am Dienstag wieder einbrechen. Es stehen auch eine ganze Menge Wirtschaftsdaten an, die über die persönlichen Ausgaben der Amerikaner, die Aktivitäten der Einkaufsmanager und den Arbeitsmarkt informieren - und die den Markt massiv belasten könnten, wenn sie schwach ausfallen. Genau dies befürchtet allerdings eine Mehrheit der Experten.

Und nicht nur im konjunkturellen Umfeld lauern Gefahren: Am Freitag meldet das erste Dow-notierte Unternehmen Quartalszahlen - traditionsgemäß ist es der Aluminiumriese Alcoa. Damit ist die Ergebnissaison eröffnet und vorher dürfte noch so manches Unternehmen die Prognosen zurückfahren. Zahlreiche Unternehmen in allen Branchen haben das schon in den vergangenen Tagen getan, mit teilweise verheerenden Folgen. Da sprechen manche von Break-Even wo man satte Gewinne erwartet hatte, da fahren manche das Aktienplus um ein Drittel zurück und beschneiden die Umsatzprognosen, was den Markt jeweils noch mehr belastet und ganze Branchen für Tage ins tiefe Rot stürzen kann.

Glücksboten hingegen haben sich für die kommende Woche nicht angekündigt - man darf auf ad-hoc-Meldungen hoffen. Fallen diese nicht einmal fundamental gut aus, und schaffen es die Unternehmen nicht, glaubwürdig von einer Stabilisierung der Ergebnisse und der Konjunktur zu sprechen, dann dürften die US-Märkte weiter fallen. Wohl werden Schnäppchenjäger nahe der aktuellen Multi-Jahres-Tiefs immer wieder lauern und für Kurssprünge ins Grüne sorgen, doch sollten Investoren mit langem Anlegehorizont auf diese technischen Ausschläge nicht überreagieren.

© Wall Street Correspondents, Inc.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%