The Week Ahead
Was kommt nach dem ersten Kriegswochenende?

Nach einer spektakulären Rallye zum Beginn des Irakkrieges haben der Dow und der marktbreit gefasste S&P 500-Index nun ihre Jahresverluste wett gemacht und sich in grünes Terrain geschoben. Ob sich die Märkte auf diesem Niveau halten können ist ungewisse denn je - schließlich steht die USA im Krieg.

Der Markt hängt an den Schlagzeilen aus dem Golf - mit einzelnen Meldungen steigen und fallen die Aktienkurse. So wird auch in der nächsten Woche eine Rolle spielen, ob Saddam Hussein gefasst oder getötet wird, ob die US-Soldaten weiter auf Bagdad vorrücken können, was mit den Ölquellen passiert, ob es Verluste in den eigenen Reihen gibt, ob weitere Iraker überlaufen,...

Was nicht zur Sprache kommen wird - zumindest nicht auf den US-Propagandasendern und also auf dem Parkett - ist die weitere Diskussion um die moralischen Hintergründe des Krieges. So gut die US-Truppen in den ersten Kriegstagen vorangekommen sind, so sehr drängt sich der Gedanke auf: Wo sind Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen? Hat der irakische Diktator doch keine gehabt? Wenn sich solches herausstellen sollte, dann dürfte der internationale Protest gegen den Einmarsch der USA im Golf noch lauter werden als er es ohnehin schon ist.

Auch im eigenen Land schafft der Krieg mehr Probleme als er löst. Das Land steht nicht einig hinter seinem Präsidenten wie manche Medien glauben machen. Im Gegenteil: Dass bei Friedensdemonstrationen Tausende von der Polizei zusammengeschlagen und festgenommen werden, dürfte der Regierung Bush nicht eben nutzen.

Was die Börse indes mehr interessiert ist die Frage nach der Situation nach einem Krieg. Die Wall Street dürfte sich wieder auf die Konjunktur im eigenen Land besinnen - und die liegt ebenso darnieder wie in den vergangenen Monaten. So gibt es fundamental nichts, was die aktuellen Kurse langfristig stützt, zumindest dann nicht, wenn die Euphorie über den Irakkrieg verfliegt. Die Wall Street dürfte in naher Zukunft drastische Einbußen erleben - nur wann, das ist völlig offen.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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