Theater-Schließung wäre verheerend: Bloomberg schaltet sich in Broadway-Streik ein

Theater-Schließung wäre verheerend
Bloomberg schaltet sich in Broadway-Streik ein

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat sich in den Broadway-Streik eingeschaltet, um der Stadt Einbußen in Millionenhöhe zu ersparen. Bei einem Treffen mit Vertretern der Musikergewerkschaft und der Produzenten redete er beiden Seiten am Montagabend (Ortszeit) ins Gewissen.

HB/dpa NEW YORK. Für alle Beteiligten und besonders für die "Kulturmetropole der Welt" wäre es verheerend, wenn die Musicaltheater am Broadway längere Zeit geschlossen blieben. Bloomberg stellte seine offizielle Residenz Gracie Mansion für Verhandlungen zur Verfügung und ernannte den früheren Bildungsstadtrat Frank Macchiarola als Vermittler. Er forderte die Streikparteien auf, rund um die Uhr nach einer Lösung zu suchen.

In nahezu allen Broadway-Theatern war am Freitag das Licht ausgegangen, als Musiker, Schauspieler und Bühnenarbeiter den ersten New Yorker Theaterstreik seit 1975 begannen. Am Wochenende und auch am Montag demonstrierten mit hunderten anderen auch Broadway-Stars wie Kenneth Branagh gegen Pläne der Produzenten, die Orchester an vielen Theatern durch Musikeinspielungen vom Computer zu ersetzen.

Betroffen sind große Shows wie "The Phantom of the Opera" und "Hairspray", aber auch zahlreiche kleinere Musicals. Den Betreibern von 18 bestreikten Bühnen gingen nach Schätzungen inzwischen bereits rund 20 Millionen Dollar Einnahmen verloren (18 Millionen Euro). Der Gesamtschaden für die Touristenattraktion New York sei noch gar nicht absehbar, hieß es am Dienstag beim Tourismusamt. Zahlreiche Hotels klagten über Stornierungen.

Der Streik von 1975, der neun Musical-Produktionen lahm legte, dauerte 25 Tage. Damals war es Bürgermeister Abraham Beame gelungen, Broadway-Produzenten und Gewerkschaften in Gracie Mansion einen Kompromiss abzuringen. So lange solle es diesmal bitte nicht dauern, erklärte Bloomberg. type="person" value="Bloomberg, Michael" />

Patrick Quinn, Vorsitzender der Schauspielergewerkschaft, bekräftigte die Solidarität mit den Musikern. "Wir wollen nicht zu den Klängen virtueller Orchester auftreten, wir wollen Live-Musik und das Publikum will das auch." Vor den Musiktheatern waren auch am Dienstag Streikposten aufgestellt. Lediglich Schauspiel- und Kabarettbühnen setzten ihr planmäßiges Programm fort.

Die Verhandlungen der amerikanischen Musiker-Gewerkschaft American Federation of Musicians und der Vereinigung der Theaterproduzenten um eine Mindestanzahl von Musikern im Orchestergraben waren in der Nacht zum Freitag gescheitert. Die Theaterproduzenten wollen selbst für große Musicals am Broadway nur noch höchstens 7 statt wie bisher 24 bis 26 Instrumentalisten einsetzen. Dagegen wehrt sich jedoch die Gewerkschaft. Es gehe nicht nur um den Verlust von Arbeitsplätzen, der Broadway werde auch seine Anziehungskraft verlieren, wenn künftig nur noch Digitalmusik zur Begleitung der Akteure auf der Bühne eingespielt werde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%