Themenbereich zur IT-Sicherheit
Die Gefahr wächst mit der Größe des Internets

"Nimda", "Melissa" und "Code Red" - Phantasie-Namen, die fast jeder PC-Nutzer kennt. Sie stehen für die Gefahren aus dem Internet, schließlich handelt sich bei diesem Trio um gefürchtete Computerviren.

ddp MÜNCHEN. Gleich mehrere hunderttausend Rechner in aller Welt legte im vergangenen Jahr das "ILOVEYOU"-Virus lahm, der wohl bekannteste Vertreter seiner Art. Geschätzter Gesamtschaden: mehrere Milliarden US-Dollar. Grund genug für die Macher der Computermesse Systems 2001 in München, dieser Problematik einen eigenen Themenbereich zu widmen. Anbieter und Anwender, so das Ziel der so genannten IT-SecurityArea, sollen sich über die Möglichkeiten der Sicherheit im World Wide Web austauschen können.

Über "Gefahren in und aus dem Netz" referiert auf der Messe auch Boris Bärmichl. Der Experte der IT-Sicherheitsfirma Netstuff aus Puchheim in Bayern warnt eindringlich vor immer mehr Manipulationen durch Hacker und Viren: "Das Internet wächst jeden Tag gigantisch, und mindestens genauso stark vergrößert sich das Gefahrenpotential." Als Beleg für seine Aussagen führt er Erfahrungen aus der täglichen Praxis an. Gefrustete Mitarbeiter von Computerfirmen, die mutwillig Viren versendeten, seien nur die Ausnahme. Wesentlich schlimmer seien Kriminelle, die sich bewusst auf die Manipulation von Internet-Funktionen spezialisiert hätten. "Brisante Informationen über Online-Korrespondenz von Konkurrenz-Unternehmen werden in manchen Branchen teuer gehandelt", sagt Bärmichl.

Während große Firmen sich verstärkt gegen solche Angriffe wappnen, gehen seiner Ansicht nach Privatanwender immer noch viel zu blauäugig mit dem Internet um. Sorglos werden weiterhin einfach unbekannte Dateianhänge geöffnet - und damit der Virusverbreitung Tür und Tor geöffnet.

Gefahren lauern beim Home Banking

Auch bei mittlerweile üblichen Online-Geschäften wie dem Home-Banking lauern Gefahren, die kaum jemand kennt - geschweige denn beachtet. "Wird man beim Einloggen trotz offensichtlich korrekter Passwort-Eingabe zu einer Wiederholung aufgefordert, sollten alle Alarmglocken schrillen", warnt der IT-Experte. Grund: ein Hacker könnte das Codewort abgefangen und so die nochmalige Nachfrage ausgelöst haben. In solchen Fällen rät Boris Bärmichl zu einer sofortigen Änderung des Passwortes - will man vor bösen Überraschungen beim nächsten (Online-) Blick aufs Bankkonto verschont bleiben.

Um seine berufliche Zukunft ist dem Fachmann deshalb nicht bange. Als viel zu groß erachtet er die Risiken, die mit zunehmender Digitalisierung des öffentlichen und privaten Lebens auf die Gesellschaft zukommen. Kaum auszudenken, welche Angriffsflächen allein eine komplett vernetzte Wohnumgebung biete, meint Bärmichl. "Um zu vermeiden, dass Hacker uns im intelligenten Haus der Zukunft einfach die Rollos runterlassen, den Kühlschrank abtauen und das Licht ausschalten, müssen wir uns etwas einfallen lassen", sagt der Experte.

Über die bisherige Passworteingabe per Tastatur kann Bärmichl übrigens nur lachen und fordert viel strengere Sicherheitsvorschriften. "Der Schlüssel zum Erfolg der IT-Sicherheit liegt in mehrstufigen Kontrollsystemen." Und da kennt die Fantasie des IT-Experten keine Grenzen: Angefangen vom digitalen Fingerabdruck über Stimmerkennung bis hin zur individuellen Schweiß-Analyse, kann sich Bärmichl noch einiges mehr vorstellen: "Erlaubt ist ab sofort, was die persönliche Identifikation absolut fälschungssicher macht."

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