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Theo Zwanziger: «Führungsfähigkeit wieder herstellen»DPA-Datum: 2004-07-01 15:42:04

Hamburg (dpa) - Der Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, hält sich völlig bedeckt, ob er im Machtkampf um die Führung im Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Gegenkandidat für Gerhard Mayer-Vorfelder zur Verfügung stehen wird.

Hamburg (dpa) - Der Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, hält sich völlig bedeckt, ob er im Machtkampf um die Führung im Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Gegenkandidat für Gerhard Mayer-Vorfelder zur Verfügung stehen wird.

Eine wesentliche Aufgabe des Verbandes sei es nun, «unsere Führungsfähigkeit wieder herzustellen. Wir sind kein Kaninchenzüchter-Verein», sagte Zwanziger der dpa. Er habe bisher «überhaupt keinen Gedanken daran verschwendet», gegen DFB-Chef Mayer-Vorfelder anzutreten. Bisher habe er mit dem Präsidenten vertrauensvoll zusammen gearbeitet. «Allerdings gibt es Gesprächsbedarf», sagte der DFB-Schatzmeister. Er werde das Gespräch mit Mayer-Vorfelder im Rahmen der Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main suchen. Von Mayer-Vorfelder erwartet er bei der Sitzung einen Vorschlag, «wie es weitergehen soll. Das wichtigste ist nun, dass wir sportlich wieder auf die Beine kommen.»

Als Konsequenz der heftigen Kritik an Gerhard Mayer-Vorfelder für seine Eigenmächtigkeit bei der Suche nach einem Nachfolger von Teamchef Rudi Völler als Trainer der Nationalmannschaft ist der 59 Jahre alte Zwanziger von Präsidiums-Kollegen als Gegenkandidat des DFB-Präsidenten beim Bundestag im Oktober in Osnabrück ins Gespräch gebracht worden. Es war bislang völlig offen, welche Auswirkungen die Absage von Trainer-Wunschkandidat Ottmar Hitzfeld haben würde.

In einer dpa-Umfrage haben Vertreter der Regional- und Landesverbände des DFB zum Teil heftige Kritik an Mayer-Vorfelder geäußert. Zugleich wurde deutlich, dass die Funktionäre erst einmal die bevorstehende Präsidiumssitzung abwarten wollen. Im Bundestag, der über die DFB-Präsidentschaft entscheidet, haben die Vertreter der Regional- und Landesverbände mit 140 Stimmen die Mehrheit der insgesamt 231 Voten. Die Deutsche Fußball Liga (DFL), die ebenfalls in Opposition zu Mayer-Vorfelder steht, verfügt über 80 Stimmen.

An die Spitze der Kritiker des DFB-Präsidenten hat sich dessen Stellvertreter Engelbert Nelle gesetzt. In der «Stuttgarter Zeitung» bezeichnete er Mayer-Vorfelder als «Wurzel des Übels». In der dpa-Umfrage forderte Berlins Fußball-Präsident Otto Höhne den DFB-Chef auf, seinen Führungsstil umgehend zu ändern, und brachte zugleich Zwanziger als Mann für die DFB-Spitze ins Spiel. «Er kann den DFB nicht nach Gutsherrenart als Alleinherrscher führen. Wenn er das nicht ändert, hat er bei der Wahl im Oktober keine Chance.» Heinrich Schmidhuber, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), sagte über Mayer-Vorfelder: «Wenn es einen Gegenkandidaten gibt, der das Vertrauen der Profi- und der Amateurvereine genießt, dann hat er aus meiner Sicht Probleme.»

Rolf Hocke, der Präsident des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) und des Hessischen Landesverbandes, erweckt den Eindruck, als habe sich bei dem Treffen aller fünf Regionalverbands-Präsidenten vor drei Tagen in Barsinghausen eine feste Front gegen Mayer-Vorfelder gebildet. «Wir sind unisono einer Meinung. Sie wird von Engelbert Nelle dem Präsidenten in Frankfurt unter vier Augen mitgeteilt. Deshalb können wir vorab nichts dazu sagen.»

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