Thiel Logistik, Microlog Logistics und D. Logistics agieren in Wachstumsmarkt – Umsätze deutlich gestiegen
Logistik-Dienstleister könnten Anlegern bald erfreuen

Die besten Kommentare bekommt Thiel Logistik, ein Spezialist unter anderem für Krankenhauslogistik. Die meisten Analysten stufen die Aktie als „Kauf“ ein.

DÜSSELDORF. Mit etwas Fingerspitzengefühl ließ sich letztes Jahr mit den Aktien der Dienstleister Thiel Logistik, D.Logistics und Microlog Logistics viel Geld verdienen. Vorausgesetzt, man verkaufte sie zum richtigen Zeitpunkt. Und der war spätestens Ende August erreicht, als Thiel zeitweise über 210, Microlog über 120 und D.Logistics mit 111 Euro notierte. Bis Anfang 2001 ging es dann - wie am Neuen Markt insgesamt - nur in eine Richtung: abwärts. Zurzeit liegt Thiel bei gut 134, Microlog bei 57 und D.Logistics bei 58 Euro.

Wie bewerten die Analysten derzeit diese drei Firmen, die im Auftrag anderer Unternehmen die Planung, Steuerung und Durchführung von Informations- und Materialflüssen organisieren?

Die besten Kommentare bekommt Thiel Logistik, ein Spezialist unter anderem für Krankenhauslogistik. Die meisten Analysten stufen die Aktie als "Kauf" ein. In den ersten neun Monaten des letzten Jahres steigerte die Firma den Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 169 Prozent auf 218 Mill. Euro. Das operative Ergebnis wuchs um 238 Prozent von 4,6 auf 15,6 Mill. Euro. Für das Jahr 2000 insgesamt strebt Unternehmenschef Günther Thiel einen Umsatz an, der deutlich über der Planzahl von knapp 300 Mill. Euro liegt. 2002 soll er über 800 Mill. Euro steigen.

"Luft für Kursavancen" bei Thiel Logistik

"Nach der deutlichen Korrektur hat die Aktie jetzt wieder Luft für Kursavancen" meint Markus Hesse von der Landesbank Rheinland-Pfalz, die Thiel als Konsortialbank beim Börsengang begleitete. "Thiel hat sich gut positioniert." Er sieht das Kursziel bei 155 Euro, Oliver Caspari von der Kreissparkasse Köln sieht es etwas schwächer bei 152 Euro.

Im Fall von D.Logistics sind die Analysten dagegen zurückhaltender. Die meisten plädieren für "Halten". Das Management geht zwar davon aus, dass es die für 2000 anvisierten Planzahlen von 375 Mill. Euro Umsatz und knapp 23 Mill. Euro Ertrag "sicher erreicht" und damit gegenüber 1999 vervielfacht. "Zu einem guten Teil geht das jedoch auf die zahlreichen Akquisitionen zurück, die im letzten Jahr getätigt wurden", sagt Torsten Strauß von der Norddeutschen Landesbank. "Das Management muss jetzt beweisen, dass es diese Zukäufe tatsächlich integrieren kann. "

In diesem Monat teilte D.Logistics mit, auch die restlichen 30 Prozent an der Deutschen Tailleur Gruppe erworben zu haben und 51 Prozent der MondealNet Service GmbH mit Sitz in Wien aufkaufen zu wollen. Mit der Flughafen Düsseldorf GmbH soll eine gemeinsame Tochtergesellschaft im Geschäftsbereich Airport Logistics gegründet werden. Überdies verhandelt D.Logistics mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM über den Kauf ihres Luftfrachtbereich, der Cargo Service Center Holding.

Verschiedene Analysten beschweren sich, dass das Unternehmen nicht deutlich mache, welche Auswirkungen diese Neuerwerbungen hätten. "Die Transparenz ist lausig", meint Martin Ziegenbalg von der Deutschen Bank.

Microlog Logistics, der Dritte im Bunde, ist vom Geschäftsvolumen und Marktkapitalisierung her eher etwas für Spezialisten. Die mittelständisch geprägte Firma kann aber ein hohes organisches Wachstum vorweisen. Der Umsatz stieg bis Ende September 2000 gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent auf fast 35 Mill. Euro, das Bruttoergebnis um 123 Prozent auf 4,3 Mill. Euro. Insgesamt sollen Umsatz und Ergebnis im Jahr 2000 auf 140 Mill. Euro bzw. 11 Mill. Euro ansteigen.

Deutsche Bank hat Microlog hochgestuft

Die Empfehlung der meisten Analysten lautet "Halten". Die Deutsche Bank hat Microlog allerdings kürzlich mit einem Kursziel von 75 Euro auf "Kaufen" hochgestuft.. "Microlog steht vor einem kräftigen Wachstumsschub", erklärt Analyst Martin Ziegenbalg diesen Schritt. Die kürzlich gemeldeten Buchverluste bei Wertpapiergeschäften beeinflussten die Performance nicht.

Anamica Broetz von Dresdner Kleinwort Benson gefällt vor allem das Joint-Venture mit FAG Kugelfischer. "Außerdem hat die Firma begonnen, massiv die IT-Kompetenz zu stärken." Ende letzten Jahren erwarb Microlog die IT-Spezialisten Fablog und Kolb, Anfang 2001 kam QMark hinzu.

Einig sind sich alle Analysten darin, dass der europäische Logistikmarkt allen drei Logistikdienstleistern in den kommenden Jahren weiterhin gute Wachstumschancen bietet. Die Bayerische Landesbank schätzt sein Volumen in einer neuen Studie auf 450 Mrd. Euro. "Gerade in Deutschland wird sich der Trend zur Auslagerung logistischer Aktivitäten weiter verstärkten", meint ihr Autor Ulrich Horstmann. Die Gründe: geringere Kosten, besserer Service und Konzentration auf das Kerngeschäft.

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