Thielen legt Bilanz vor
Bertelsmann schraubt Prognosen herunter

Der größte europäische Medienkonzern Bertelsmann hat wegen der anhaltenden Konjunkturflaute seine Erwartungen gedämpft. In einem Zeitungsinterview machte Vorstandschef Gunter Thielen die weitere Entwicklung der Umsatzrendite vom Verlauf der Gesamtkonjunktur abhängig.

dpa/HB BERLIN. Bislang hatte Bertelsmann bis 2005 eine Umsatzrendite von 10 % angestrebt, was einer Verdoppelung der heutigen Gewinnmarge entspricht. Der Konzern legt am Dienstag seine Zahlen für 2002 vor.

"Wenn wir eine normale Konjunkturlage haben, können wir die Gewinnmarge von 10 % bis 2005 noch schaffen", sagte Thielen. "Aber wenn die Wirtschaft so gedrückt ist wie jetzt, geht das nicht. Da sind bestenfalls sieben bis acht Prozent möglich." Die Lage in Deutschland sei derzeit "wirklich schlecht". In den USA habe es wegen der Kriegsangst im Februar und März "Rieseneinbrüche in unserem Geschäft" gegeben. "Das kann sich ändern. Aber wenn der Krieg lange dauert, wird es noch schlimmer", sagte Thielen.

Der Bertelsmann-Chef, der im Sommer an die Stelle von Thomas Middelhoff gerückt war, legt am Dienstag in Berlin seine erste Bilanz vor. Nach Presseberichten wird der Gütersloher Konzern einen Umsatz von 18,4 Mrd. Euro ausweisen. Den operativen Gewinn konnte das Unternehmen demnach auf mehr als 900 Mill. Euro steigern, die Umsatzrendite auf knapp 5 %. Wegen der Umstellung des Geschäftsjahres auf das Kalenderjahr (Umsatz 2000/01: 16,7 Mrd. Euro) ist ein Vergleich nur bedingt möglich.

Zu Bertelsmann gehören unter anderem der Fernsehkonzern RTL Group, die Musikgruppe BMG und die Verlagsgruppe Random House. Außerdem ist der Konzern mit dem Verlag Gruner & Jahr im Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft aktiv und besitzt Buchclubs und Druckereien. Etwa ein Drittel seines Umsatzes macht Bertelsmann in Deutschland, ein Drittel in den USA. Der Rest entfällt auf andere Länder.

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