Thoma reagierte gelassen auf die Kündigung
Schmid kündigt Treuhänder Thoma zweites Mal

Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid hat die Kündigung des Treuhandvertrags mit Ex-RTL-Chef Helmut Thoma wiederholt. Ein Sprecher Schmids sagte am Mittwoch, falls Thoma auch diesmal nicht auf die Kündigung reagiere, werde er den Fall vor ein Gericht bringen. Schmid begründe seinen Schritt mit schwerwiegenden Verstößen Thomas gegen Pflichten als Treuhänder.

Reuters HAMBURG. So habe Thoma eine von den Eheleuten Schmid auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 27. Januar von ihnen selbst und gegen sich beantragte Sonderprüfung eines Aktiengeschäfts nicht unterstützt, obwohl er dem Treuhandvertrag zufolge dazu verpflichtet gewesen wäre. Die Zustimmung der Aktionäre zu diesem Tagesordnungspunkt war geringer ausgefallen als zu anderen Abstimmungspunkten.

Außerdem kritisierte Schmid, dass Thoma den früheren ABB-Deutschlandchef Horst Dietz gegen seinen Willen in den Mobilcom-Aufsichtsrat gewählt habe. Durch Dietz hatten sich die Mehrheitsverhältnisse in dem Kontrollgremium zu Ungunsten von Schmid verändert. Daraufhin war Anfang der Woche der frühere Thyssen-Chef Dieter Vogel, als Aufsichtsratschef gewählt worden, der zuvor in drei Anläufen die erforderliche Mehrheit verfehlt hatte.

Thoma reagierte gelassen auf die Kündigung. Er sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Schritt werde "null Konsequenzen" haben. "Schmid handelt ein bisschen irrational. Ich kann das nicht nachvollziehen." Schmid sei vermutlich wegen Vogels Wahl als Aufsichtsratschef "verbittert", sagte Thoma.

Schmid hatte dessen Treuhandschaft bereits Anfang des Jahres gekündigt und den Hamburger Sanierungsexperten Otto Gellert mit der Verwaltung seiner Aktien beauftragt. Daran hatten sich die Banken aber nicht gebunden gefühlt und die Stimmrechte des Großteils bei ihnen verpfändeten Aktienpakets von Schmid in Höhe von 42,42 Prozent an den Ex-RTL-Chef übertragen. Unmittelbar vor der außerordentlichen Hauptversammlung hatte Schmid seinen Widerstand gegen den bis dahin von allen an der Mobilcom-Rettung Beteiligten akzeptierten Treuhänder aufgegeben und Thoma aufgerufen, im Sinne des von Vogel mit der France Telecom ausgehandelten Entschuldungsabkommens zu stimmen.

Bereits damals hatte Schmid allerdings durch eine Sprecherin erklären lassen, dass er daran festhalte, seine Aktien zu einem späteren Zeitpunkt von Gellert verwalten zu lassen.

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