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Thomas Carl Schwoerer liest Hans-Ulrich Wehler

Der Campus-Chef und die Gesellschaftsgeschichte

"Ich habe gerade Band 4 der ,Deutschen Gesellschaftsgeschichte? des emeritierten Geschichtsprofessors Hans-Ulrich Wehler gelesen. Das Buch umspannt die Zeit von 1914 bis zur Gründung der beiden deutschen Teilstaaten 1949, und man merkt ihm an, dass der Autor über acht Jahre lang daran gearbeitet hat. Wehler hebt vor allem zwei Elemente der Kontinuität in diesem Zeitraum hervor: den radikalen Nationalismus, der sich immer mehr mit einem rabiaten Antisemitismus paarte, sowie einen uferlosen Annexionismus vor allem mit Blick auf Osteuropa und die damalige Sowjetunion. Irritierend ist die zutiefst antimoderne Einstellung des Bildungsbürgertums, die zum Vorschein kommt. Die Klarheit von Wehlers Thesen sowie sein Mut zu scharfen und entschiedenen Urteilen sind vorbildlich. Es ist ein Werk voller origineller Interpretationen, eine Meisterleistung deutscher Geschichtsschreibung."

HANS-ULRICH WEHLER: Deutsche Gesellschaftsgeschichte

, Band 4, 1914 - 1949. Vom Beginn des Ersten Welt- krieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten, C.H. Beck München 2003, 1173 Seiten, 49,90 Euro

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