Thomas Cook sieht Sommergeschäft auf Vorjahresniveau

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Thomas Cook sieht Sommergeschäft auf Vorjahresniveau

Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook erwartet trotz bisheriger Buchungsrückstände für 2002 keinen Rückgang beim Sommergeschäft. Bei den Buchungen auf dem wichtigsten europäischen Touristikmarkt Deutschland sei Cook zuversichtlich, das Rekordniveau des Vorjahres wieder zu erreichen, sagte Bereichsvorstand Detlef Altmann am Freitag.

rtr OBERURSEL. "Es läuft jetzt die Aufholjagd. Wir haben in Deutschland bisher keine Kapazitäten vom Markt genommen", sagte Altmann. Für den wichtigen Bereich Pauschalreisen arbeite Cook mit Preisanreizen für bestimmte Zielgruppen, etwa für Familien. Zu den Marken der gemeinsamen Touristik-Tochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle zählen Neckermann, Kreutzer oder Air Marin.

Das von Cook-Chef Stefan Pichler im Oktober genannte voraussichtliche Umsatzminus von 15 % für das Gesamtjahr 2001/2002 wird nach Einschätzung Altmanns geringer ausfallen. Das besage noch nichts über die Erträge, sagte er. Denn in diesem Jahr wird nach seiner Einschätzung der Preis besonders für Pauschalreisen noch wichtiger als in den Vorjahren.

Für die aktuelle Wintersaison, die allerdings nur mit einem Viertel bis zu einem Drittel zum Jahresgeschäft beiträgt, kalkuliert aber auch Thomas Cook ähnlich wie Marktführer Preussag mit einem Minus von knapp zehn Prozent. "Im Winter werden wir das, was wir im November und Dezember verloren haben, nicht mehr aufholen können, auch wenn wir inzwischen einstellige, an bestimmten Tagen zweistellige Buchungszuwächse verzeichnen", sagte Altmann. Für die Kanarischen Inseln würden Kapazitäten nachbestellt. "Wir haben zu Ostern für die Kanaren bereits 5500 zusätzliche Plätze aufgelegt und ordern jetzt noch mal neun Flugzeuge mit 3500 Plätzen", sagte der für die sieben deutschen Cook-Veranstalter zuständige Manager.

Auch Preussag hatte vor wenigen Tagen von einem Aufwärtstrend berichtet mit Buchungen über dem Vorjahresniveau. Eine Prognose für das Sommergeschäft gab der weltweit größte Touristikkonzern jedoch noch nicht.

Konkurrent Thomas Cook will nach den Worten Altmanns vor allem preisgünstige Angebote für den wichtigsten Bereich der Flugpauschalreisen herausstellen. "Das Sommergeschäft ist sehr, sehr schlecht gestartet gerade bei Flugpauschalreisen". Die Nachfrage sei sehr unterschiedlich, deshalb wolle er derzeit keine präzise Zahl für den aktuellen Stand der Einbußen nennen. "Wir liegen noch im Minus, aber es wird jeden Tag besser."

Stärker als im Vorjahr würden preiswerte Urlaubsziele wie Bulgarien (plus 19 %), Angebote für bestimmte Zielgruppen wie Wellness-Reisen für Gesundheitsbewusste (plus 70 %) oder auch teurere Reisen gebucht, ebenso Reisen per Auto oder Zug in Deutschland oder in Nachbarländer. Den Großteil des Reisegeschäfts machen allerdings die Flugpauschalreisen in klassische Urlaubsländer wie Spanien oder die Türkei aus. Bei den Cook-Veranstaltern sind dies rund zwei Drittel von sechs Mill. Reisenden pro Jahr.

"Wir haben gezielte Maßnahmen getroffen", sagte Altmann. Dazu zählen mehr Frühbucherangebote sowie zusätzlich zu Kinderermäßigungen oder Kinderfestpreisen 100 ? extra pro Kind in den Ferienmonaten. "Wir wollen keinen Preiskrieg. Aber für bestimmte Teile unserer Kunden ist der Preis noch stärker als bisher in diesem Jahr ein entscheidender Kaufimpuls", sagte Altmann. Der Cook-Manager kündigte eine Marketingoffensive zum Preis an. "Wir werden stärker herausstellen, dass wir gegenüber Wettbewerbern in Hotels, wo wir uns überschneiden, klare Preisvorteile haben." Für weitere Nachlässe sieht Altmann jedoch keine Spielraum mehr. "Das hätte dann dramatische Einbußen bei der Rendite zur Folge."

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